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Schwindendes Eis in der Arktis : „Einen so verrückten Winter gab es noch nie“

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Negativrekord am 24. März. Die orange Linie zeigt die geringste Ausdehnung, die bis dato gemessen worden war. Bild: dpa / National Snow and Ice Data Center/NASA Earth Observatory

So wenig Eis hat es im Winter am Nordpol noch nicht gegeben Ein Minusrekord jagt den nächsten, jetzt gibt es den dreizehnten in 13 Jahren. Und der nächste Negativrekord ist schon programmiert.

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          Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen hat das Wintereis in der Nordpolarregion eine so kleine Fläche bedeckt wie in diesem Jahr. Damit unterbot die jährliche Maximalausdehnung sogar den bisherigen Negativrekord vom vergangenen Jahr, wie das amerikanische Nationale Schnee- und Eisdatenzentrum der USA (NSIDC) in Boulder/Colorado am Montag mitteilte. Am Tag der größten Ausdehnung, dem 24. März, bedeckte das Eis im Nordpolarmeer nur 14,52 Millionen Quadratkilometer. „Ich habe noch nie einen solch warmen, verrückten Winter in der Arktis gesehen“, sagte NSIDC-Direktor Mark Serreze. Seit 37 Jahren wird die Eisfläche mit Satelliten vermessen. Die letzten 13 Jahren bilden das Schlußlicht.

          Aufnahme der Nasa vom 27. März aus dem Beaufort--Meer: Die dünnen, unterhalb von zehn Zentimeter dicken Eisschichten sind deutlich dunkler.
          Aufnahme der Nasa vom 27. März aus dem Beaufort--Meer: Die dünnen, unterhalb von zehn Zentimeter dicken Eisschichten sind deutlich dunkler. : Bild: Nasa

          Der Arktische Ozean ist mit gefrorenem Meerwasser bedeckt, das im Herbst und Winter wächst und seine größte Ausdehnung meist Mitte März erreicht. Danach schmilzt es meist bis Mitte September - auch diese Minimalausdehnung erzielte in den vergangenen Jahren mehrere Negativrekorde. Die Lufttemperatur in den meisten Regionen der Arktis lag in Dezember, Januar und Februar 2 bis 6 Grad über dem Durchschnitt.

          Das Arktis-Eis beeinflusst das Klima der Erde, weil es Sonnenlicht und Hitze reflektiert, die ansonsten das Wasser aufnehmen würde. So bleibt die Nordhalbkugel kühler. Forschern zufolge schrumpft das Eis seit Jahrzehnten, was die  globale Erwärmung zusätzlich anheizt, weil die dunklen Meerflächen sehr viel mehr Wärme absorbieren als die hellen Eisflächen. Diese positive Rückkoppelung dürfte die Eisschmelze in der Region und den ohnehin schon extremen Temperaturanstieg in den nächsten Jahren weiter beschleunigen.

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