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Neandertaler-Aussterben : Der Milchzahn eines Verdrängungskünstlers

Bild: CSIC

Noch ist Homo sapiens nicht überführt. Aber wenn die beiden altsteinzeitlichen Milchzähne aus Norditalien richtig gedeutet werden, könnten sie den Anfang vom Ende des Neandertalers dokumentieren.

          Begann in Norditalien, genauer: zwischen den Alpen von Verona und der französischen Grenze im Westen, vor 41.000 Jahren die Verdrängung des Neandertalers durch den Homo sapiens, den modernen Menschen? Die Computer- und Genanalysen von Milchzähnen aus der Fumane-Höhle bei Verona und dem Bombrini-Felsüberhang bei Ventimiglia legen das nahe. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die an den Fundorten schon vor vielen Jahrzehnten entdeckten altsteinzeitlichen Artefakte und Werkzeuge wie Klingen und Abschläge vom Homo sapiens und nicht etwa vom Neandertaler stammten.

          Computerrekonstruktion: Der untere Schneidezahn aus Riparo Bombrini (links) und der obere Scheidezahn aus der Fumane-Höhle bei Verona.
          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die zwei Schneidezähne sind die ältesten menschlichen Überreste aus dieser frühen Kultur des Protoaurignacien. Sie wurden mit CT-Scans morphologisch untersucht, aus dem Fumane-Zahn wurde zusätzlich Genmaterial der Mitochondrien analysiert. Wie die Gruppe um Stefano Benazzi aus Bologna und Jean-Jaques Hublin vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in der Online-Ausgabe der Zeitschrift „Science“  berichtet, bezeugen die Milchzähne „möglicherweise den Untergang der Neandertaler zumindest in dieser Gegend“.

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