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Wanzen : Eine missliche Symbiose

  • Aktualisiert am

Wanzen bei der Arbeit: Nicht zwingend ein Schädling Bild: ASSOCIATED PRESS

Ein Wanzenbefall auf Pflanzen muss noch kein Grund zur Panik sein: Wissenschaftler fanden heraus, dass die unliebsamen Insekten erst durch bestimmte Keime zu Schädlingen werden. Nur in diesem Fall sind Ernteschäden zu befürchten.

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          Viele Wanzen zapfen die Leitungsbahnen von Pflanzen an, aber nennenswerte Ernteschäden verursachen sie offenbar nur, wenn sie mit bestimmten Keimen vergesellschaftet sind. Das haben Wissenschaftler um Takahiro Hosokawa von der Universität Tokio und Yoshitomo Kikuchi von der University of Connecticut in Storrs entdeckt (“Proceedings of the Royal Society“, Bd. 274, S. 1979). Als Forschungsobjekte dienten Kugelwanzen, die in Blindsäcken ihres Darms spezielle Bakterien beherbergen.

          Eine japanische Art namens Megacopta punctatissima ist ein berüchtigter Schädling etwa an Sojabohnen- und Erbsenpflanzen. Eine nahe Verwandte (Megacopta cribraria) tritt dagegen nie derart unliebsam in Erscheinung. Wenn weibliche Kugelwanzen ihre Eier ablegen, deponieren sie dazwischen kleine Pakete mit symbiontischen Bakterien. So ist dafür gesorgt, dass sich die frisch geschlüpften Wanzenlarven die hilfreichen Keime umgehend einverleiben.

          Eine Frage des symbiontischen Bakterienstamms

          Als die Forscher die Bakterienpakete der beiden Wanzenarten vertauschten, entwickelten sich die Larven zwar dennoch zu ausgewachsenen Wanzen. Auf Erbsenpflanzen produzierte die als Schädling berüchtigte Art aber kaum noch Nachwuchs, während sich ihre als harmlos bekannte Verwandte stark vermehrte. Welche Verpflegung den Wanzen zuträglich ist, scheint somit vor allem eine Frage ihres symbiontischen Bakterienstamms zu sein.

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