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Kahlschlag auf Neuseeland : Maoris vernichteten Waldbestand

  • -Aktualisiert am

Blick auf die Banks-Halbinsel in Neuseeland. Selbst in diesem schwierigem Terrain vernichteten Menschen den Waldbestand Bild: Astro-Alex

Wann immer Mensch und Natur aufeinandertreffen, kann es nur einen Verlierer geben. Die ersten Pioniere in Neuseeland waren sogar überraschend schnell damit, die Wälder abzuroden.

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          Neuseeland hat fast die Hälfte seines Waldes eingebüßt, als sich dort erstmals Menschen ansiedelten. Dass die polynesischen Pioniere mit diesem Zerstörungswerk offenkundig viel schneller vorangekommen waren als bisher vermutet, schließen Wissenschaftler von der Montana State University in Bozeman und der University of Auckland aus detaillierten Pollenanalysen. Aus Seen auf der Südinsel holten die Forscher um David McWethy und Janet Wilmshurst Sedimentproben und studierten diese Schicht für Schicht.

          Ehe im 13. Jahrhundert die Maoris auf Neuseeland Fuß fassten, war diese abgelegene Insel noch unberührt von Menschenhand. Abgesehen von ein paar Fledermäusen lebten auf Neuseeland nicht einmal Säugetiere. Dass seit dem 14. Jahrhundert heftige Waldbrände wüteten, bezeugen winzige Holzkohlepartikel. Auf - für neuseeländische Verhältnisse - eher trockenem Terrain gelang es offenbar einer kleinen Schar von Menschen, in wenigen Jahrzehnten den Wald zu vernichten.

          Siedler benötigen Weideländer, keine Wälder

          Während ältere Sedimentschichten, die David McWethy und seine Kollegen untersucht haben, fast nur Blütenstaub von Bäumen enthalten, dominieren nach den ersten Bränden die Pollen von Gräsern und die Sporen von Farnen. Die Landschaft Neuseelands hatte sich in eine Art Steppe verwandelt, leichter entflammbar als der ursprüngliche Wald mit seinen Steineiben und Südbuchen, wie die Forscher um McWethy in der Online-Zeitschrift „PloS One“ berichten.

          Dem Feuer nicht gewachsen, hatten die Bäume kaum eine Chance, verlorenes Terrain zurückzuerobern. Ein von Natur aus feuchterer Wald konnte sich besser behaupten. Zwar wurden die Bäume auch hier dezimiert und die Gräser zahlreicher. In einer Periode ohne Brände regenerierte sich der Wald aber allmählich wieder. Einen Rückschlag gab es allerdings, als sich europäische Siedler breitmachten. Wo sie Weideland für ihr Vieh beanspruchten, mussten Neuseelands Wälder endgültig weichen.

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