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Übertragung von Keimen : Artensterben verstärkt Krankheitsrisiko

  • Aktualisiert am

Ein Nager und ein Floh Bild: dpa

Mehr Nagetiere, mehr Flöhe - und mehr Bakterien, die auch den Menschen gefährden können: Das ist das Ergebnis einer Studie, für die aus einem Areal in der Savanne alle großen Wildtiere entfernt wurden.

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          Ein Rückgang großer Wildtiere könnte das Krankheitsrisiko für Menschen erhöhen. Diesen Zusammenhang haben Forscher von der Stanford University in der Savanne Ostafrikas nachgewiesen. Dort ging der Verlust des Großwilds mit einer Zunahme der Nagetiere einher – und damit auch von Parasiten und Keimen, die beim Menschen Erkrankungen verursachen („PNAS“, doi 10.1073/pnas.1404958111).

          Simulation des Artensterbens

          Die Forscher entfernten aus einem Areal in Kenia alle großen Wildtiere, etwa Zebras, Giraffen und Elefanten. In den folgenden beiden Jahren untersuchten sie die Zahl der Nagetiere, deren Befall mit Flöhen sowie die Häufigkeit von Bartonella-Bakterien. Flöhe können diese Keime von Nagern auf Menschen übertragen.

          Die Entwicklung verglich das Team mit der eines Nachbargebiets, in dem die Großsäuger erhalten blieben. Der Bartonella-Befall der einzelnen Nager und ihrer Flöhe unterschied sich zwar kaum vom Vergleichsareal. Doch die Zahl der infizierten Nagetiere stieg um etwa das Doppelte, ebenso wie die Zahl der infizierten Flöhe. Damit steige das Übertragungsrisiko auf den Menschen. Demnach stehe der Verlust der Artenvielfalt in direktem Zusammenhang mit dem Anstieg des Zoonose-Risikos, so die Wissenschaftler. Zoonosen sind Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind.

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