https://www.faz.net/-gwz-o7nx

Tiere : Wen die Spinne nicht kennt, frißt sie

  • Aktualisiert am

Gnadenlos wählerisch: die Wolfsspinne Bild: AP

Das „erste Mal“ vergessen weibliche Wolfsspinnen nie. Danach haben nur jene Freier eine Chance auf Sex, wenn sie dem ersten Partner der Spinne ähneln. Andere Interessenten werden gefressen, fand eine amerikanische Forscherin heraus.

          1 Min.

          Das „erste Mal“ vergessen weibliche Wolfsspinnen nie. Die Umstände der ersten Paarung entscheiden nach Erkenntnis einer amerikanischen Forscherin über Leben und Tod aller nachfolgenden Freier. Männliche Wolfsspinnen mit Merkmalen, die der Umworbenen vertraut sind, dürfen auf Sex hoffen. Verehrern aber, die sich vom ersten Partner zu stark unterscheiden, droht das Ende. Weibliche Wolfsspinnen sind dafür bekannt, daß sie jene Freier töten und verspeisen, die ihnen „nicht passen“.

          Als Maßstab legen die Spinnenweibchen die Erinnerung an ihre ersten Paarungserlebnisse an, fand Eileen Hebets vom Institut für Neurobiologie und Verhaltensforschung der Cornell-Universität in Ithaca im amerikanischen Bundesstaat New York heraus. Ihr Bericht erscheint in den „Proceedings“ der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften.

          Nagellack als Farbverstärker

          Hebets Studie basiert auf einem Versuch mit jungen, noch nicht geschlechtsreifen Weibchen und bereits geschlechtsreifen Männchen der Wolfsspinnenart Schizocosa uetzi. Die Männchen dieser Art haben braun und schwarz pigmentierte Vorderbeine, die beim Paarungsritual eine wichtige Rolle spielen. Um die spätere Partnerwahl der Weibchen zu testen, betupfte Hebets die Beine der Männchen mit braunem oder schwarzem Nagellack. Dann ließ sie die heranwachsenden Weibchen mit den sie umwerbenden Männchen zusammen, aber jeweils nur mit schwarz oder braun gefärbten.

          Als die Weibchen schließlich geschlechtsreif waren, führte Hebets sie mit Männchen beider Farben zusammen. Dabei stellte sie fest, daß die Weibchen sich fast durchgehend den Freiern hingaben, die bei dem Paarungsritual die vertraute Beinfärbung vorzeigten. Männchen mit der nicht vertrauten Farbe dagegen wurden häufig getötet und verspeist, berichtet die Forscherin.

          Partnerwahl aufgrund sozialer Interaktion

          Hebets weist darauf hin, daß verschiedene Wirbeltierarten, Vögel, Reptilien und vor allem Menschen, ihre Partnerwahl bekanntermaßen auch auf „soziale Interaktionen“ begründen. Ihre Studie zeige nunmehr, daß auch „wirbellose Tiere sich an sozialen Kennzeichen orientieren, und daß diese sogar durch den Reifeprozeß hindurch erinnert werden. Solche Einflüsse lenken das erwachsene Verhalten und bestimmen möglicherweise die Evolution...“, merkt die Autorin an.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Präsident Trump lächelt während einer Veranstaltung im Weißen Haus am Donnerstag.

          Impeachment : Die Zeit spielt für Trump

          Die Demokraten haben keinen Anlass zur Hoffnung, dass der Senat Trump tatsächlich verurteilt. Deshalb wollen sie das Verfahren schnell hinter sich bringen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.