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Tiere : Bärenweibchen lieben Touristen

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Touristenattraktion: Fischende Bären Bild: dpa

Braunbären in freier Wildbahn sind hochinteressant. Doch während die Weibchen an der kanadischen Westküste keinerlei Berührungsängste haben, sind ihre männlichen Artgenossen zurecht vorsichtiger.

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          Ob in der Arktis oder am Äquator - Tiere in freier Wildbahn zu beobachten ist für viele Zeitgenossen ein attraktives Urlaubserlebnis. Dabei gilt es allerdings zu vermeiden, daß die Fauna unter dem Ansturm der Touristenscharen leidet. Wie sensibel Tiere reagieren, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Weibliche Braunbären an der kanadischen Westküste jedenfalls profitieren sogar vom „Ökotourismus“. Das haben Owen Nevin und Barrie Gilbert von der Utah State University in Logan herausgefunden (“Biological Conservation“, Bd. 123, S. 453).

          Da am Knight Inlet in British Columbia auch das Geschäft mit der Großwildjagd blüht, gehen ausgewachsene männliche Bären dort den Menschen wohlweislich aus dem Weg. Die Weibchen, von der Jagd verschont, zeigen dagegen keine Scheu, sich mitsamt ihren Jungen vor den Augen der Touristen zu tummeln. So kann das „schwache Geschlecht“ am Flußufer fischen, ohne männlichen Konkurrenten in die Quere zu kommen.

          Ein reichgedeckter Tisch für Bären

          Daß im Herbst große Schwärme von Lachsen vom Meer in die Flüsse wandern, macht die kanadische Westküste zu einem Dorado für Braunbären. Kein Wunder, daß hier besonders stattliche Exemplare heimisch sind, deutlich größer als ihre europäischen Verwandten und sogar gewichtiger als die Grizzlybären der Rocky Mountains. Am besten lassen sich die imposanten Tiere dort beobachten, wo die Natur nicht mehr ganz unberührt ist. Wo die prächtigen Hemlockstannen und Sitkafichten der Küstenwälder gefällt wurden, haben die Touristen freie Sicht.

          Den Lachsen ist der Verlust der Wälder zunächst freilich schlecht bekommen, denn auf den von Bäumen entblößten Berghängen konnte das Erdreich keinen Halt mehr finden. Talwärts geschwemmt, verschlämmte es das Flußbett derart, daß kaum noch Fischbrut heranwachsen konnte. Erst als das kanadische Amt für Fischwirtschaft neue Laichgründe anlegte, wurden die Buckellachse wieder zahlreicher. In einem eigens dafür gebauten Kanal mit sauberem Kiesgrund finden sie eine passende Kinderstube - und die Bären einen reichgedeckten Tisch.

          Alle zwei Minuten ein Fisch

          Mit einem Körpergewicht von zwei bis drei Kilogramm sind Buckellachse zwar nicht sonderlich groß, dank ihres hohen Fettgehalts aber ausgesprochen nahrhaft. Wenn die Bären aus dem vollen schöpfen, ziehen sie durchschnittlich alle zwei Minuten einen Fisch aus dem Wasser. Vorausgesetzt, sie können in Ruhe fischen. Weibliche Braunbären samt Nachwuchs lassen sich von menschlichen Zuschauern nicht stören. Unter Beobachtung angeln sie sogar eifriger nach Lachsen als zu ruhigen Tageszeiten, wenn bisweilen auch männliche Artgenossen auftauchen.

          Daß die Weibchen das Feld dann bereitwillig räumen, hat seinen guten Grund. Mehr als doppelt so massig, nehmen die männlichen Konkurrenten nicht nur das Recht des Stärkeren wahr, sie neigen auch zu tödlichen Angriffen auf den Nachwuchs. Da die großen Männchen vor Jägern auf der Hut sein müssen, wagen sie sich jedoch nicht in die Nähe von Menschen. Unter den Blicken der Touristen können Bärenmütter und ihre Kinder unbehelligt schlemmen und sich üppige Fettpolster als Wintervorrat anfuttern.

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