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Seltene Hai-Art : Lust auf stachelige Beute

  • -Aktualisiert am

Ein Speerzahnhai (Glyphis glyphis) schwimmt friedlich im Aquarium in Melbourne (https://www.flickr.com/photos/29053754@N08/4409987541/). Bild: Bill Harrison, www.flickr.com/photos/29053754@N08/4409987541/

In Australien ist Forschern eine seltene Haiart ins Netz gegangen: Der Speerzahnhai steht jetzt auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

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          Der Speerzahnhai schnappt sich gerne auch wehrhafte Fische, die sich mit langen, spitzen Stacheln gewappnet haben. Das berichten Forscher um William T. White von der Australian National Fish Collection in Hobart (Tasmanien) in der Online-Zeitschrift „Plos One“. Gemeinsam mit Kollegen aus Papua-Neuguinea und den Vereinigten Staaten fahndeten sie in traditionellen Fischerdörfern westlich des Papua-Golfs nach seltenen Haiarten.

          Vom Speerzahnhai (Glyphis glyphis), benannt nach den speerförmigen Zähnen in seinem Unterkiefer, waren der Wissenschaft bis dahin nur jugendliche Exemplare bekannt. Sie wurden in einigen Flüssen im tropischen Norden Australiens entdeckt, die größten nahe der Flussmündung, die jüngsten bis zu hundert Kilometer stromaufwärts.

          Gefangenes ausgewachsenes männliches Exemplar von Glyphis glyphis, Körperlänge etwa 230 Zentimeter.

Bilderstrecke
          Gefangenes ausgewachsenes männliches Exemplar von Glyphis glyphis, Körperlänge etwa 230 Zentimeter. :

          Der erste erwachsene Speerzahnhai, von dem die Forscher erfuhren, war ein Weibchen. Es hatte sich etwa drei Kilometer vor der Südwestküste Papua-Neuguineas in einem Stellnetz verfangen. Zum Verkauf auf den Markt brachten die Fischer leider nur die Flossen und das imposante Gebiss. In den knorpeligen Kiefern steckte freilich eine Überraschung: Sie waren geradezu gespickt mit Stacheln von Beutetieren. Offenbar war der Speerzahnhai beim Zubeißen nicht zimperlich gewesen4.

          Wenige vermehrungsfreudige Meeresbewohner

          Ein Stachelrochen und viele Knochenfische hatten in seinem Rachen Stacheln und Leben verloren. Anhand der Flossen ließ sich abschätzen, dass das zufällig gefangene Haiweibchen etwa 2,5 Meter lang war. Zwei ähnlich große Männchen, die später in derselben Region ins Netz gingen, konnten unversehrt fotografiert werden. Denn zu diesem Zweck hatten die Forscher den Fischern eigens eine Kamera vermacht.

          Erwachsene Speerzahnhaie tummeln sich nicht nur in einem wenig erforschten Meeresgebiet und machen sich dort ziemlich rar. Sie scheinen auch nicht sonderlich vermehrungsfreudig zu sein: Wie andere mittelgroßen Arten aus der Familie der Requiemhaie bringen Speerzahnhaie vermutlich ebenfalls nur jedes zweite Jahr Nachwuchs zur Welt. Es sind dann jeweils nicht mehr als sechs bis sieben Junge. In den ins Netz gegangenen Weibchen, so die Auskunft ortsansässiger Fischer, wurde jedenfalls nie eine größere Anzahl gefunden. Die International Union for Conservation of Nature (IUCN) plaziert die Speerzahnhaie also aus gutem Grund auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Um sie vor dem Aussterben bewahren zu können, gilt es jedoch noch mehr über Lebensraum und Lebensweise zu erfahren.

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