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Gewitter : Haben wir einen Blitzableiter?

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Wie oft kommt es vor, dass Blitze in Wohn- oder Geschäftsgebäude einschlagen?

Fast eine halbe Million Blitz- und Überspannungsschäden meldete der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) im Jahr 2012. Davon wurden Schäden von mehr als 300 Millionen Euro von den Versicherungen ersetzt. Dabei übernimmt die Wohngebäudeversicherung in der Regel direkte Schäden am Haus, also am Dach, Mauerwerk oder der Heizung. Bei Überspannungsschäden an elektronischen Geräten wie Telefon, Computer oder Fernsehen greift die Hausratsversicherung, wobei dafür zum Teil Zusatzvereinbarungen mit der Versicherung getroffen werden müssen.* 

Ob man nur versichert ist, wenn dieser alle elektronischen Geräte ausgeschaltet hat, ist je nach Police unterschiedlich festgelegt. In der ersten Hälfte dieses Jahres gab es nach Angaben des Statistik-Portals Statista die meisten Blitzeinschläge in Baden-Württemberg, gefolgt von Hessen und Bayern. Am seltensten schlug der Blitz in Schleswig-Holstein ein, gefolgt von Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Der Grund dafür sind vermutlich die etwas wärmeren Temperaturen im Süden Deutschlands.

Ist es gefährlich, während eines Gewitters zu telefonieren?

Es ist grundsätzlich ungefährlich, bei Gewitter mit einem schnurlosen Telefon oder einem Handy zu telefonieren. Die Nutzung von Kabeltelefonen ist nur dann gefahrlos, wenn ein sogenanntes Überspannungsschutzgerät eingebaut ist, sonst besteht die Gefahr eines Stromschlags vom Telefonhörer zum Ohr. Obwohl heutzutage die meisten Telefonleitungen unterirdisch verlaufen, besteht dennoch die Gefahr, dass ein Blitz in den Boden einschlägt, die elektrische Energie auf ein Telefonkabel überspringt und für eine Überspannung sorgt, die Endgeräte wie Telefone oder DSL-Splitter zerstört, die in dieser Hinsicht besonders anfällig sind.

Was sollte man außerdem während eines Gewitters innerhalb eines Gebäudes vermeiden?

Es ist empfehlenswert, Fenster zu schließen, da Blitze im Prinzip auch durch ein offenes Fenster ins Gebäudeinnere einschlagen können, selbst wenn das selten passiert. In Wohnhäusern ohne Blitzschutz sollten während eines Gewitters alle elektronischen Geräte möglichst ausgeschaltet bleiben. Idealerweise trennt man sie ganz vom Stromnetz, um gegen Überspannungsschäden gewappnet zu sein. In modernen Häusern sind elektrische Leitungen in der Regel miteinander verbunden und an einen sogenannten Potentialausgleich angeschlossen, der geerdet ist. In solchen Wohnungen ist Duschen, Spülen oder jede andere Berührung mit fließendem Wasser gefahrlos möglich. In Altbauten sollte man das besser bis nach dem Gewitter verschieben.

Woran merkt man, wenn ein Blitz in die Blitzschutzanlage des Hauses einschlägt?

Idealerweise gar nicht. Ein Blitzschutzsystem ist dafür ausgelegt, viele Einschläge auszuhalten, ohne Schaden zu nehmen. Ob das System aktiv geworden und tatsächlich einen Blitz eingefangen hat, können nur Blitzschutzfachleute bei einer Wartung feststellen.

Gibt es neue technische Entwicklungen im Blitzschutz?

Die größten Fortschritte hat es im Bereich der Geräte für den Überspannungsschutz gegeben. „Heute gibt es eine Vielzahl von kleinen, aber leistungsfähigen Geräten auch für neue Stromanwendungen wie Photovoltaik“, sagt Blitzschutzexperte Thomas Raphael. Auf dem Gebiet der Blitzschutzleitungen seien sogenannte isolierte Ableitungen entwickelt worden, die dort zum Einsatz kommen, wo sich Personen durch Berühren der Blitzschutzleitungen gefährden könnten wie zum Beispiel im Eingangsbereich von Kaufhäusern.

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