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Oxytocin-Anstieg : Schimpansen schütten beim Futterteilen Bindungshormon aus

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Teilen Schimpansen ihr Futter, produzieren sie das Bindungshormon Oxytocin, wie Leipziger Forscher herausfanden. Das gemeinsame Fressen könnte für soziale Bindungen noch wichtiger sein als gegenseitiges Lausen.

          Wenn Schimpansen Nahrung mit ihren Artgenossen teilen, produzieren sie verstärkt Oxytocin, ein für soziale Bindungen wichtiges Hormon. Das fanden Forscher um Roman Wittig vom Leipziger Max Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie anhand von Urinproben heraus. Beim Menschen ist das Hormon Oxytocin unter anderem für die Festigung der Mutter-Kind-Bindung verantwortlich.

          Die Wissenschaftler hatten 79 Urinproben von 26 in Uganda freilebenden Schimpansen genommen, die maximal eine Stunde zuvor gefressen hatten. Die Ergebnisse ihrer Studie sind in den „Proceedings B“ der britischen Royal Society veröffentlicht (doi:10.1098/rspb.2013.3096).

          Mehr Oxytocin als bei der Fellpflege

          Demnach ist der Oxytocinspiegel im Urin von Schimpansen, die ihre Nahrung mit Artgenossen geteilt hatten, wesentlich höher als bei Artgenossen in der Gruppe, die nicht geteilt hatten. „Dabei spielte es keine Rolle, wer Futter gegeben und empfangen hat oder ob die Tiere miteinander verwandt waren oder nicht“, erklärt Wittig.

          Oxytocin schütten die Menschenaffen auch aus, wenn sie sich gegenseitig das Fell pflegen, also das sogenannte „Grooming“ praktizieren. Nach dem Teilen von Nahrung maßen die Wissenschaftler jedoch einen noch höheren Spiegel. „Futter mit anderen zu teilen, könnte ein Schlüsselverhalten für den Aufbau sozialer Beziehungen unter Schimpansen sein“, sagt Wittig. Weitere Studien müssten klären, ob auch Menschen beim Teilen ihrer Mahlzeit verstärkt Oxytocin produzieren, schreiben die Forscher.

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