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Pflanzenfotografie : Florale Skulpturen

Bild: FAZ.NET-Andreas Brand

Richard Fischer verwandelt mit seinen Fotografien seltene Pflanzen in kunstvolle Objekte. In stundenlanger Arbeit ergründet er ihren Charakter und bannt ihre Schönheit. Aber sehen Sie selbst - im FAZ.NET-Video.

          1 Min.

          Was die Seltenheit einer Pflanze definiert, wie die Blume wissenschaftlich exakt heißt, das ist Richard Fischer nicht wichtig. Was er jedoch fest im Blick hat, ist dies: „Fast jede dritte Pflanze ist bedroht, und wenn es so weitergeht, haben wir in achtzig Jahren ein Drittel weniger Arten.“

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Dies war Wissen genug, dass der 1951 in Manila geborene Fotokünstler für seine Blumenaufnahmen eine ganz neue Linie entwickelt hat: Seltene Pflanzen werden vor seiner Linse zu „floralen Skulpturen“.

          Mit dem Botanischen Garten Heidelberg hat er ein „Memorandum of Understanding“ vereinbart. Fünf Prozent der Einnahmen aus dem Verkauf seiner Kunst erhält der Garten. Im Gegenzug lassen ihn die Gärtner wissen, sobald im Gewächshaus eine seltene Art blüht.

          „Keine Pflanze darf dabei sterben“

          Schnurstracks macht sich der Künstler dann von seinem zehn Autominuten entfernten Atelier in einer ehemaligen Rauenberger Tabakmanufaktur auf den Weg und leiht sich die Pflanze im Topf. Im Studio kappt er eine Blüte, inszeniert sie und abstrahiert ihre Schönheit ganz nach Belieben.

          Alles sei erlaubt. Nur: „Keine Pflanze darf dabei sterben“, so Fischer. Und keine der abgeschnittenen Blüten stirbt umsonst. Stunden vergehen, in denen er den Blüten mit biegsamen Lichtleitfasern hinterherspürt, um ihren „Charakter“ zu ergründen.

          Light-Painting, mit Licht malen, ist das Kunsthandwerk hinter Fischers hochauflösenden Stillleben-Bildern. Was es technisch dazu braucht, Schneider-Optik und Phase-One-Rückteil mit 39 Millionen Pixeln, an derlei kann und will er nicht sparen. Für den langjährigen Werbefotografen und inzwischen weltweit ausgestellten Künstler „verdient jede Blüte ihre eigene Behandlung“. Und die darf aufwendig und teuer sein.

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