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Flughunde : Auf leisen Flügeln durch die Nacht

  • -Aktualisiert am

Kolonie von Palmenflughunden (Eidolon helvum) in Accra, Ghana Bild: Jakob Fahr, MPI für Ornithologie,

Bei der Nahrungssuche legen Palmenflughunde weite Strecke zurück. Sie fliegen weiter als alle bekannten Fledertier-Arten, zeigen Analysen mit GPS-Systemen.

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          Nicht Früchte sind es, die an diesem Mahagonibaum in der ghanaischen Hauptstadt Accra hängen, sondern schlafende Palmenflughunde. Bei Einbruch der Dämmerung weicht die Ruhe des Tages einem hektischen Treiben. "Zuerst sind nur wenige Tiere unruhig. Dann werden es immer mehr, und ein gigantisches Naturschauspiel beginnt", wie Jakob Fahr vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell das ausdrückt.

          Warum er von einem gigantischen Naturschauspiel spricht, wird klar, wenn man sich die Zahl der Akteure vor Augen hält. Den Forschern um Fahr zufolge, die zusammen mit Kollegen aus Ghana das Verhalten der Flughunde untersuchen, umfasst die Kolonie in Accra während der Trockenzeit etwa 150.000 Palmenflughunde. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 80 Zentimeter sind es durchaus stattliche Tiere. Kein Wunder also, dass sich der Himmel verdunkeln kann, wenn die Flughunde auf der Suche nach Nektar und Früchten ausschwärmen.

          In einer Nacht 180 Kilometer

          Um die Flugrouten herauszufinden, fingen die Forscher etliche Tiere mit Netzen und statteten sie mit kleinen Sendern aus. Die lediglich mit Kleber befestigten Geräte, die irgendwann wieder abfallen, lieferten bis zu sieben Tage lang Daten. Dabei zeigte sich, dass die Palmenflughunde in einer einzigen Nacht bis zu 180 Kilometer zurücklegten - mehr als alle bisher untersuchten Fledertiere. Geschuldet ist das offenbar der starken Konkurrenz bei der Nahrungssuche. Während der Regenzeit nämlich, wenn die meisten Palmenflughunde in nördliche Savannengebiete weitergezogen sind und nur wenige tausend in der Hauptstadt verweilen, reichen den Tieren zum Sattwerden schon Ausflüge mit höchstens einem Drittel dieser Länge.

          Auch der Speiseplan verändert sich. Besteht er in der Trockenzeit vorwiegend aus Nektar, dominieren während der Regenzeit die Früchte. In jedem dieser Fälle machen sich die Palmenflughunde nützlich, indem sie Blütenstaub und Samen verbreiten. Andererseits stehen sie im Verdacht,  durch die Übertragung von Henipaviren insbesondere mit dem Kot dem Menschen gefährlich werden zu können. Das erscheint beunruhigend, zieht man in Betracht, dass die Kolonien der in Afrika weit verbreiteten Palmenflughunde mitunter noch größer sind als diejenige in Accra.

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