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Paläontologie : Die älteste Lebendgeburt der Welt

  • -Aktualisiert am

Bild: afp

In Australien ist das älteste bekannte Fossil eines Geburtsvorgangs entdeckt worden: ein 380 Millionen Jahre alter versteinerter Fisch, der noch durch die Nabelschnur mit seinem Nachwuchs verbunden ist.

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          Im Nordwesten Australiens ist ein Fischfossil geborgen worden, das Paläontologen in Verzückung versetzt. Es handelt sich um eine zuvor unbekannte Art Panzerfisch. Nicht aber der Fund einer neuen Spezies, ist der Grund für die Begeisterung. Vielmehr war es ein Detail, das für Aufregung sorgte. Das gut erhaltene Fossil aus dem Devon, dessen Alter mit 375 bis 380 Millionen Jahren angegeben wird, enthält nämlich die Überreste eines einzelnen Embryos samt Nabelschnur.

          Eine amorphe kristalline Masse im Bereich der Nabelschnur repräsentiert möglicherweise den Dottersack. Das berichtet jetzt John Long vom Museum Victoria in Melbourne zusammen mit anderen Forschern in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Nature". Der Fund dokumentiert, wie es dort heißt, die älteste bekannte Lebendgeburt eines Wirbeltieres. Bislang galt das für einen rund 200 Millionen Jahre jüngeren Fund.

          Dinosaurier der Ozeane

          Das in der Gogo-Formation entdeckte Fossil erhielt zu Ehren des Naturforschers Sir David Attenborough die wissenschaftliche Bezeichnung Materpiscis attenboroughi. Die Art gehört zu den Panzerfischen, von denen man dort schon andere Spezies entdeckt hat. Panzerfische, manchmal als "Dinosaurier der Ozeane" bezeichnet, waren in der Zeit vor 420 bis 350 Millionen Jahren die dominierende Gruppe von Wirbeltieren. Das jetzt beschriebene weibliche Exemplar von Materpiscis ist ungefähr 25 Zentimeter lang. Es zeichnet sich durch außergewöhnlich gut konserviertes Weichteilgewebe aus.

          Die Forscher hegen keine Zweifel, dass es sich bei dem Jungtier in der Leibeshöhle um einen Embryo und nicht etwa um einen als Beute verspeisten, kleinen Fisch handelt. Bei eingehenden Studien an einem schon früher in der Gogo-Formation gefundenen Panzerfisch der Art Austroptyctodus gardineri entdeckten die australischen Paläontologen sogar drei als Embryonen zu wertende Jungtiere. All das spricht nach ihrer Überzeugung dafür, dass manche Panzerfische über eine hochentwickelte Fortpflanzungsstrategie verfügten, wie sie heute bei einigen Haien und Rochen vorkommt.

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