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Hormone in der Umwelt : In den Gärten der Vorstadt leben mehr weibliche Frösche

  • -Aktualisiert am

Weiblicher Schreifrosch Bild: Geoff Giller/Yale

Dass Pestizide aus der Landwirtschaft wildlebende Amphibien „verweiblichen“ können, ist schon länger bekannt. Offenbar werden aber auch Frösche in Gartenteichen von Hormonen beeinflusst.

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          Ein Leben in amerikanischen Vorstädten kann Froschpopulationen gravierend verändern: Während in Tümpeln, die mitten im Wald liegen, die männlichen Tiere mit 63 Prozent überwiegen, nehmen in von gepflegten Gärten umgebenen Teichen die Weibchen überhand. In den verschlafenen „Suburbs“ der Großstadt stellten weibliche Frösche gut die Hälfte der Individuen, schreiben Wissenschaftler um Max Lambert von der Yale University in den „Proceedings“ der nationalen Akademie der Wissenschaften (doi: 10.1073/pnas.1501065112).

          Genetisch festgelegtes Geschlecht?

          Lambert und seine Kollegen untersuchten rund um New Haven in Connecticut mehr als vierhundert Frösche der Spezies Rana clamitans, sogenannte Schreifrösche, die in Nordamerika weit verbreitet sind und von denen bislang angenommen wurde, dass ihr Geschlecht genetisch determiniert ist.

          Dass durch Pestizide, die hormonelle Wirkungen entfalten, männliche Amphibien feminisiert werden oder mehr weibliche Nachkommen entstehen, zeigten andere Wissenschaftler bereits in agrarwirtschaftlich geprägten Gegenden. Lambert und seine Kollegen analysierten nun erstmals auch die Lage in privaten Gärten. Sie kommen zu dem Schluss, dass insbesondere Östrogene aus Zierpflanzen verantwortlich für das geänderte Geschlechterverhältnis sein könnten, weniger aber Hormone in Abwässern. So könne schon ein Rasen, in dem Klee wächst, eine Pflanze, die Phytoöstrogen produziert, die Umwelt der Frösche stark kontaminieren.

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