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Neue Seuche : Das Virus aus der Mückenfalle

  • -Aktualisiert am

Schmallenberg-Virus: ein von einer Membran umhülltes Viruspartikel, das die drei Segmente der Erbinformation enthält Bild: dpa

Belgische Forscher haben drei Mückenspezies identifiziert, die das Schmallenberg-Virus übertragen. Die Insekten waren schon im Herbst in Fallen gefangen worden.

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          Auf tausend landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland wurde mittlerweile das Schmallenberg-Virus diagnostiziert, das für schwere Hirnfehlbildungen bei neugeborenen Lämmern und Kälbern verantwortlich ist. Am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems gelang es Forschern um Harald Granzow jetzt, das Virus mittels Elektronenmikroskopie sichtbar zu machen. Die Form ähnelt der anderer Orthobunyaviren - in diese Gruppe ist der erst im November entdeckte Erreger einzuordnen. Das Virus ist von einer Membran umhüllt und hat einen Durchmesser von etwa hundert Nanometern. Das Institut für Tropenmedizin in Antwerpen hat derweil Stechmücken analysiert, die schon im Herbst - dem Infektionszeitpunkt trächtiger Muttertiere - in Fallen gefangen wurden, die man ursprünglich zur Erforschung der Blauzungenkrankheit installiert hatte. Tatsächlich entdeckten die Forscher Mücken mit dem Schmallenberg-Virus im Körper.

          Um auszuschließen, dass die Insekten nur zufällig Blut bei infizierten Tieren gesaugt hatten, wurden die Köpfe der Mücken am veterinärmedizinischen Forschungszentrum Coda-Cerva in Brüssel untersucht. Hier überprüfte man, ob das Virus sich aus dem Darm in die Speicheldrüsen bewegt hatte. In Exemplaren der Arten Culicoides obsoletus, C. dewulfi und C. pulicaris wurden die Forscher fündig. Alle drei Arten gehören zu den Gnitzen. Jetzt stellt sich die Frage, ob das Mücken-Monitoring mittels Fallen fortgesetzt wird - ursprünglich sollte es abgebrochen werden, denn die Blauzungenkrankheit ist inzwischen durch Impfungen verdrängt worden.

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