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Neue Leguanart : Drusenkopf in Rosa

Bis heute nicht in den Artenkatalogen der Biologie verzeichnet: der „Rosada”, ein rosafarbener Leguan Bild:

Der „Rosada“, ein rosafarbener Leguan, ist nicht in den Artenkatalogen der Biologie verzeichnet. Reptilienforscher haben jetzt durch einen Gentest festgestellt, dass es sich tatsächlich um eine wissenschaftlich noch unbeschriebene Echsenart handelt.

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          Fünf Wochen auf den Galápagos-Inseln waren auch für den unermüdlichen Charles Darwin nicht genug, einen der bizarrsten Drachen unserer Tage ausfindig zu machen. Auf der größten der mehr als ein Dutzend Vulkaninseln und Inselchen nämlich, auf Isabela, hat in dem erloschenen Riesenkrater des Vulkans Wolf ein stattlicher rosafarbener Leguan überlebt, der in den Artenkatalogen der Biologie bis heute nicht verzeichnet ist. „Rosada“ lautet der vorläufige Name der prächtigen Echse.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Eine Gruppe von Reptilienforschern und Naturschützern um Gabriele Gentile von der römischen Tor Vergata University hat Erbmaterial aus Blutproben untersucht und festgestellt, dass es sich bei den rosafarbenen Tieren tatsächlich um eine wissenschaftlich noch unbeschriebene Echsenart handelt. Zum ersten Mal aufmerksam geworden war man auf die Reptilien schon 1986: Zufällig waren Ranger in die unwirtliche Gegend im Norden der Insel gekommen und hatten festgestellt, dass es neben der dort lebenden gelben Variante der „Drusenköpfe“ offenbar diese rosafarbene gibt.

          Wissenschaftler stehen vor Rätsel

          Offenbar gibt es durchaus noch gelegentlich Nachkommen von gelben und rosafarbenen Leguanen. Wie die in der Zeitschrift der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften veröffentlichten Genanalysen jetzt aber gezeigt haben, dürfte es sich dennoch um zwei klar zu unterscheidende Arten handeln. Der Pink-Iguana setzt sich nicht nur farblich und in einigen speziellen Schuppenmerkmalen von den bislang zwei anderen auf ganz Galapagos gefundenen Landleguanen ab, er „nickt“ auch anders während Revierverteidigung und Brautwerbung und ist wohl auch stammesgeschichtlich viel älter als alle anderen lebenden Leguanlinien. Nach Angaben der Forscher hat sich seine Linie möglicherweise schon vor 5,7 Millionen Jahren von denen der anderen Meeres- und Landleguane getrennt.

          Das allerdings stellt die Wissenschaftler vor ein Rätsel, denn damit läge die Abspaltung der Art viel weiter zurück als die Bildung der ältesten Vulkaninseln in der Nachbarschaft und vor allem mehr als fünf Millionen Jahre vor der Entstehung des Vulkans Wolf auf Isabela – dem einzigen bekannten Lebensraum der rosafarbenen Landleguane.

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