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Ameisen : Der Duft der Königinnen

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Im Vergleich mit den Weibchen (l.) fanden sich deutlich geringere zwischenartliche Duft-Unterschiede bei männlichen Ameisen (r.). Bild: Adrian Smith

Anders als bisher angenommen, grenzen sich Ameisenköniginnen mit ihrer Duftnote nicht nur von ihren Artgenossinnen ab – der chemische Ausweis hat noch eine andere Funktion.

          Ameisen tragen einen chemischen Ausweis: Ob es sich um Arbeiterinnen handelt oder um Weibchen, die sich der Fortpflanzung widmen, verrät die hauchdünne wachsartige Schutzschicht auf ihrem Körper. Durch charakteristische Lipidkomponenten unterscheiden sich die Königinnen, zuständig für die Produktion von Nachwuchs, aber nicht nur von ihren Artgenossinnen, die Brutpflege, Ernährung und Verteidigung des Ameisenvolks übernehmen.

          Anders als bislang angenommen, können sie sich mit ihrer Duftnote auch von fremden Ameisenarten abgrenzen. Das gilt zumindest für drei eng verwandte Arten von Schnappkieferameisen der Gattung Odontomachus. Genauer unter die Lupe genommen hat sie Adrian Smith von der North Carolina State University in Raleigh. Gemeinsam mit Jocelyn Millar von der University of California in Riverside und Andrew Suarez von der University of Illinois at Urbana-Champaign analysierte er detailliert den Lipidmantel verschiedenartiger Königinnen.

          Wie die Forscher im „Journal of Experimental Biology“ (doi: 10.1242/jeb. 128850) berichten, zeigten sich prägnante Unterschiede. Bei einer der drei Ameisenarten spürten die Forscher sogar Substanzen auf, die sie noch nie zuvor bei Ameisen entdeckt hatten: Dialkyl-tetrahydrofurane. Einschlägige Tests ergaben, dass diese Komponente als chemischer Ausweis aber nicht genügt. Damit die Arbeiterinnen ihre Königin erkennen und respektieren, muss ihnen deren gesamtes chemisches Bukett präsentiert werden.

          Deutlich geringere zwischenartliche Unterschiede fanden sich bei männlichen Ameisen, den Partnern künftiger Königinnen. Im sozialen Gefüge eines Ameisenvolks spielen sie ohnehin keine Rolle. Kaum sind sie aus ihrer Puppenhülle geschlüpft, fliegen sie davon, um nach einer Partnerin zu suchen. Nach der Paarung haben die Ameisenmännchen ihre Lebensaufgabe erfüllt. Befruchtete Weibchen leben dagegen, nachdem sie ihre Flügel abgeworfen haben, manchmal noch jahrelang als Königin eines Ameisenvolks.

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