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Mensch und Haushund : Ziemlich alte Freunde

  • -Aktualisiert am

Ein Husky mit verschiedenfarbigen Augen: In den Schlittenhunden fließt das Blut des Taimyr-Wolfes. Bild: Reuters

Ein neuer Knochenfund zeigt, dass der Hund uns schon deutlich länger begleitet, als bislang angenommen: Die Domestikation des Wolfes könnte 40.000 Jahre zurückliegen.

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          Wie lange die Freundschaft zwischen Hund und Mensch schon währt, ist umstritten. Dass der Wolf vor weniger als zehntausend Jahren domestiziert worden sein soll - wie man lange annahm-, halten die meisten Wissenschaftler nicht mehr für realistisch. Aber ob die gemeinsame Wegstrecke von Mensch und Hund nun vor 15 000 Jahren oder vor noch längerer Zeit begonnen hat - darüber herrscht nach wie vor Uneinigkeit. Schwedische Forscher ergänzen die Spurensuche jetzt in der Fachzeitschrift „Current Biology“ um einen wichtigen Hinweis: Die Wissenschaftler um Pontus Skoglund von der Universität Stockholm schließen aus der Analyse einer 35 000 Jahre alten Wolfsrippe von der russischen Halbinsel Taimyr, dass die Beziehung zwischen Mensch und Hund schon 27 000 bis 40 000 Jahre alt sein könnte (doi:10.1016/j.cub.2015.04.019).

          Gemeinsame Vorfahren

          Die Wissenschaftler hatten zunächst mit Hilfe der Radiokarbondatierung herausgefunden, dass der Knochen 35 000 Jahre alt war. Durch einen Vergleich des Genoms des Taimyr-Wolfes mit dem von modernen Grauwölfen und Haushunden stellten sie dann fest, dass das Individuum von der Taimyr-Halbinsel heutigen Hunden und Wölfen genetisch gleichermaßen ähnelt. Aus ihren Daten leiten die Forscher ab, dass Hunde, heutige Wölfe und Taimyr-Wölfe einen gemeinsamen Vorfahren hatten, dass es also eine Linie gab, aus der sich der Taimyr-Wolf dann abgespalten hat - und zwar kurz bevor die Domestizierung und damit die Entstehung heutiger Haushunde begann.

          Damit wird der wahrscheinliche Domestikationszeitpunkt der Haushunde deutlich nach hinten korrigiert. Es finden sich aber auch Hinweise darauf, dass der Taimyr-Wolf seine genetische Spur in einigen noch heute bestehenden Hunderassen hinterließ, die im Nordosten Sibiriens und in Grönland entstanden sind. Insbesondere mit Sibirischem Husky und Grönlandhund ist er enger verwandt. Eine - wenn auch weitläufigere - Verwandtschaft scheint zudem mit dem chinesischen Faltenhund Shar-Pei und dem Finnenspitz zu bestehen.

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