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Marine Census : Volkszählung im Meer nach zehn Jahren beendet

  • -Aktualisiert am

Das Forschungsprojekt „Census of Marine Life“ stellt seine Ergebnisse vor. Rund eine Viertelmillion Arten wurden von 2700 Forschern aus 80 Ländern wissenschaftlich erfasst. Das entspricht schätzungsweise einem Viertel aller Meeresbewohner.

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          Von Volkszählungen erwartet man gemeinhin keine spektakulären Ergebnisse. Der Zensus indessen, über den Wissenschaftler am Montag in London berichtet haben, ist voller neuer Erkenntnisse. Allerdings wurde ein ganz besonderes Volk gezählt, nämlich das der Organismen in den Weltmeeren. Bei diesem „Census of Marine Life“ ging es naturgemäß nicht um die Zahl der Individuen, sondern vorrangig um die Artenvielfalt und das Verbreitungsgebiet der jeweiligen Spezies.

          Die Resultate sind beeindruckend: Rund eine Viertelmillion Arten sind jetzt wissenschaftlich erfasst. Viele, die bisher verschiedene Namen hatten, lassen sich nun eindeutig zuordnen. Die Liste umfasst zudem etwa 1200 vorher unbekannte Spezies. Mit 19 Prozent aller jetzt beschriebenen Arten dominieren die Krebstiere. Auf Fische entfallen zwölf Prozent, auf Algen und andere Pflanzen zehn Prozent. Den geringsten Anteil zur Artenvielfalt, ein Prozent, steuern die Manteltiere bei. Die überwältigenden Artenzahlen, die in London präsentiert wurden, können freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass schätzungsweise Dreiviertel aller marinen Spezies immer noch ihrer Entdeckung harren.

          2600 neue Publikationen über die Meereswelt

          Die Ozeane machen schätzungsweise 95 Prozent der gesamten Biosphäre aus. So gigantisch dieser Wasserkörper ist – das Wissen über die in ihm vorkommenden Lebensformen war stets recht dürftig. In den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts war eine Reihe von Meeresforschern nicht länger bereit, sich damit abzufinden. Sie begannen, Pläne für eine Bestandsaufnahme des marinen Lebens zu schmieden. Eine Gruppe von rund 200 Forschern warb für jenes ehrgeizige Vorhaben, das als „Census of Marine Life“ im Jahr 2000 tatsächlich in Angriff genommen wurde. Zehn Jahre lang erfolgten umfassende Untersuchungen in den 25 wichtigsten Meeresgebieten der Erde. Zu vermelden sind jetzt 540 Expeditionen und mehr als 2600 wissenschaftliche Publikationen. Insgesamt beteiligten sich rund 2700 Forscher aus 80 Ländern. Die Kosten beliefen sich auf 650 Millionen Dollar.

          Drachenfisch (lat. Name wurde nicht genannt)

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