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Liebe im Tierreich : Arrangierte „Ehen“ schaden Zebrafinken

  • -Aktualisiert am

Ein Zebrafinkenpaar in einem Käfig Bild: dpa

Zebrafinken finden sich nach langem Suchen zu liebevollen Pärchen zusammen. Was passiert, wenn man die Paare trennt und zu „Zweckehen“ mit ungeliebten Partnern neu zusammensetzt, haben jetzt deutsche Biologen herausgefunden.

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          Wenn Zebrafinken ihren Lebenspartner selbst wählen dürfen, erhöht das die Überlebenschancen ihrer Küken. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler um Wolfgang Forstmeier vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen im Fachmagazin „Plos Biology“, nachdem sie 160 Zebrafinken in vier Gruppen von jeweils zwanzig Weibchen und zwanzig Männchen aufgeteilt hatten (doi:10.1371/journal.pbio.1002248).

          Einige Wochen lang durften die Vögel, die monogam leben, in der Gruppe ihren jeweiligen Partner finden. Übriggebliebene, die niemand wollte, wurden aus der Studie ausgeschlossen. Anschließend trennten die Forscher etwa die Hälfte der glücklichen Paare wieder - und setzten die Singles zu neuen Zweierbeziehungen zusammen. Auch viele der erzwungenen Paare bekamen daraufhin Nachwuchs. Allerdings waren die Küken, die aus „Liebesheiraten“ hervorgingen, um 37 Prozent fitter im biologischen Sinne; als Kriterium für die Fitness galt den Wissenschaftlern die Zahl der Küken, die ein Alter von 35 Tagen erreichten.

          Wenig interessierte Väter

          Die erzwungenen Paare hatten dreimal so viele unbefruchtete Eier in ihren Nestern, außerdem verstarben in arrangierten Paarungen mehr Küken nach dem Schlüpfen, vor allem in den ersten 48 Stunden. In dieser Zeit hat der Vater die meiste Verantwortung für das Nest. Zu den zugeteilten Partnerinnen hingegen waren die Männchen genauso liebevoll wie verliebte Männchen.

          Anders die weiblichen Zebrafinken: Wenn sie in einer selbst gewählten Partnerschaft lebten, kopulierten sie häufiger. Die Forscher schließen daraus, dass das durch eine „Liebesheirat“ positiv beeinflusste Verhalten der Eltern für das Überleben der Jungen entscheidend ist. Die Sterblichkeit der Embryonen im Ei unterschied sich zwischen den Gruppen nicht. Deshalb sind genetische Gründe, etwa passendere Verpaarung in selbst gewählten Partnerschaften, wohl nicht für die unterschiedliche Fitness der Jungen verantwortlich.

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