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Artenzählung in Indien : Der Leopard ist gar nicht so bedroht

  • -Aktualisiert am

Bild: AFP

Große Großkatzeninventur auf dem Subkontinent Indien: Tausende Leoparden werden gezählt. Damit schlagen sie sich überraschend gut, vergleicht man die Zahlen mit denen der Tiger.

          Leoparden gehören zu den letzten Großkatzen im indischen Dschungel. Auf der roten Liste der gefährdeten Tiere sind sie zwar als „gering gefährdet“ aufgelistet, sicher sein konnte man aber nicht. Nach den jüngsten, ernüchternden Zählungen der indischen Tiger, haben  indische Forscher jetzt auch die Spuren der Leoparden verfolgt, wie die „Times of India“ berichtet. Die Zahlen geben offenbar Anlass zur Entwarnung, dennoch drängen die Forscher darauf, die gefleckten Großkatzen stärker zu schützen.

          Mit der gleichen Methode in der im Jahre 2013 auch die Tiger in Indien gezählt wurden, haben die Forscher nun die Leoparden-Population gemessen und konnten die Anzahl so auf rund 12.000 bis 14.000 Exemplare schätzen. Damit schlügen sich die Leoparden weitaus besser, denn gerade einmal rund 3200 Tiger gibt es noch in Indien, meinen die Forscher. Auf einem Gebiet von etwa 350.000 Quadratkilometern wurden während der Studie 7910 Leoparden gezählt. Basierend auf dieser Zahl, kamen die Forscher zusammen mit 17.143 Sichtungsfotos und weiteren Einzelbeobachtungen wie Tatzenabdrücken schließlich auf ihre Schätzung. Die Studie gibt so erstmals ein annähernd genaues Bild der Gesamtpopulation, frühere Schätzungen bewegten sich zwischen 10.000 und 45.000 Exemplaren im Land.

          Aufgrund der Ergebnisse könne man darauf schließen,  dass Leoparden in Indien sehr weit verbreitet seien und die Population relativ gesund und stabil sei, so das Fazit der Forscher. „Leoparden haben es weitaus leichter als Tiger, da sie weniger isoliert sind und auch in Gebüsch oder Unterholz und in von Menschen beeinflussten Wäldern überleben können“, sagt Yadvendradev V Jhala, Leiter der Studie. Trotz der zufrieden stellenden Ergebnisse warnt Jhala: „Diese Tiere brauchen ein geschütztes Waldgebiet als Rückzugsort, in rein landwirtschaftlichen Gegenden können sie nicht existieren“.

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