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Deutsche Naturkundemuseen : Am gleichen Knochen ziehen?

  • -Aktualisiert am

Berliner Naturkundemuseum nach Rekonstruktion vor ein paar Jahren. Bild: ddp

Wächst da was zusammen? Die großen deutschen Naturkundemuseen vor allem in Berlin und Frankfurt denken laut über Joint ventures nach. Wie es heißt, will man ökopolitisch mehr Gewicht auf die Waage bringen.

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          Die beiden großen forschenden Naturkundemuseen in Frankfurt und Berlin wollen ihre Zusammenarbeit deutlich verstärken. Dazu finden derzeit Gespräche in der Leibniz-Gemeinschaft statt, zu der das Museum für Naturkunde Berlin, das Senckenberg Museum in Frankfurt sowie auch das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn gehören.

          „Es geht darum, gemeinsame Aktivitäten so zu gestalten, dass wir keine doppelte Arbeit machen und dass Mittel frei werden, um die Digitalisierung unserer Bestände, unsere politische Arbeit und auch unsere internationale Sichtbarkeit etwa für den Weltbiodiversitätsrat IPBES zu stärken“, sagte Senckenberg-Generaldirektor Volker Mosbrugger dieser Zeitung. Man wolle sich „stärker miteinander verzahnen und dadurch Mehrwert erzeugen“. Ziel sei eine „langfristige, nachhaltige Planung“, sagte Johannes Vogel, Direktor des Berliner Naturkundemuseums. Die Entwicklung der naturkundlichen Sammlungen als eine globale wissenschaftliche Infrastruktur müsse gestärkt werden.

          Kopf los: Aus dem Senckenberg-Museum entwendeten Diebe einen fast 200 Jahre alten Echsen-Schädel.
          Kopf los: Aus dem Senckenberg-Museum entwendeten Diebe einen fast 200 Jahre alten Echsen-Schädel. : Bild: Waldner, Amadeus

          Nach Aussagen von anderen Beteiligten aus der Leibniz-Gemeinschaft gibt es aber auch Pläne, die darüber hinausgehen und auf eine Fusion der beiden Häuser zu einem einzigen großen deutschen Naturkunde-Museum in der Dimension der Museen in London oder Washington abzielen. Damit beschäftigt sich ein Senatsausschuss der Leibniz-Gemeinschaft.

          „Wir stehen einer Zusammenlegung kritisch gegenüber, denn Konkurrenz ist gut, und ein großer Supertanker ist schwer zu steuern“, sagte Wolfgang Wägele, Direktor des Museums Alexander Koenig. Beteiligen wolle sich Bonn an einem solchen Projekt nicht. Kleinere Museen seien besorgt, im Wettbewerb um öffentliche Zuwendungen zu verlieren, und auch unter den Mitarbeitern der Museen in Berlin und Frankfurt träfen die Pläne nicht nur auf Begeisterung, sagte Wägele. Mosbrugger und Vogel sprechen dagegen nur von einer verstärkten Kooperation und nennen wesentlich speziellere Ziele, etwa ein gemeinsames Koordinationsbüro in Bonn oder Berlin.

          28. Juli 2014. Ein Mitarbeiter des Berliner Naturkundemuseums schiebt den ausgestopften Eisbären Knut durch eine Austellung mit Tierpräparaten. 2011 starb Knut an den Folgen einer Gehirnentzündung. In den kommenden Jahren soll er nun als neuer Höhepunkt in der Präparate-Schau zusätzliche Besucher in das Museum locken.
          28. Juli 2014. Ein Mitarbeiter des Berliner Naturkundemuseums schiebt den ausgestopften Eisbären Knut durch eine Austellung mit Tierpräparaten. 2011 starb Knut an den Folgen einer Gehirnentzündung. In den kommenden Jahren soll er nun als neuer Höhepunkt in der Präparate-Schau zusätzliche Besucher in das Museum locken. : Bild: dpa

          Zu den Prioritäten zähle die Digitalisierung der Bestände. In den Vereinigten Staaten, Großbritannien und den Niederlanden gebe es dafür bereits nationale Programme, in Deutschland nicht. Ziel sei es, für alle deutschen Naturkundemuseen Mittel aus dem Europäischen Investitionsfonds aufzubringen. Die Kooperation habe zum Ziel, die Arbeit der deutschen Naturkundemuseen insgesamt zu stärken, für die anderen Museen bestehe kein Grund zur Sorge.

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