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Züchtung von Katzen : Sie kann auch ohne uns

  • -Aktualisiert am

Altersrekord liegt bei 38 Jahren

Katzen mit Stammbaum gibt es noch nicht lange. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde es unter britischen Adligen Mode, Perser oder Katzen vom Schlage Russisch Blau zu halten. Die weitaus längste Zeit in der Gesellschaft des Menschen wurden Katzen überhaupt nicht gezüchtet. Im Grunde sind sie noch nicht einmal domestiziert worden. Sie haben sich einfach angeschlichen, als die ersten Siedler damit begannen, Getreidevorräte anzulegen, die wiederum Mäuse anlockten. So wurden Katze und Mensch in gegenseitigem Interesse zu Genossen.

Anders als der Hund hat die Katze ihre Souveränität behalten. Noch heute sind die meisten Promenadenmischungen imstande, selbst unter harschen Bedingungen zu überleben. Wenn auch nicht so lange wie im geheizten Wohnzimmer: Vier oder fünf Jahre würde man ihnen auf freier Wildbahn geben, während der Rekord für einen Stubenhocker, aufgestellt von einer Katze namens Creme Puff in Austin, Texas, bei 38 Jahren liegt.

Herkunft der Hauskatze zwischen Euphrat, Tigris und Nil?

Felis silvestris catus, wie die Hauskatze genannt wird, ist auch jederzeit imstande und willens, sich mit der Europäischen Wildkatze Felis silvestris silvestris zu paaren. Das ist in den Augen von Naturschützern ein Problem, weil der genetische Pool der viel selteneren Wildkatzenbestände auf diese Weise verfälscht wird. Untersuchungen zeigen, dass vor allem die ungarischen und die schottischen Populationen bedroht sind; in Deutschland, Italien und Polen scheint das weniger der Fall zu sein.

Archäologische Funde legen nahe, dass die Annäherung der Katze an den Menschen vor weniger als zehntausend Jahren erfolgt ist. Mumifizierte Exemplare lassen sich in Ägypten vom dritten Jahrtausend vor Christus an nachweisen. Der älteste Beleg für ein enges Zusammenleben von Mensch und Katze stammt aus Zypern. Dort wurde vor rund 9500 Jahren in einem menschlichen Grab auch eine acht Monate alte Katze bestattet, offenbar zu rituellen Zwecken. Zypern zählt nicht zu den natürlichen Verbreitungsgebieten der Wildkatze. Die eigentliche Herkunft der Hauskatze F. silvestris catus vermutet man im Gebiet zwischen Euphrat, Tigris und Nil. Von da aus hat sich die halbzahme Katze über alle Kontinente mit Ausnahme der Antarktis verbreitet. Genetische Analysen zeigen, dass alle heutigen Hauskatzen Erbgut von der Afrikanischen Falbkatze F. silvestris lybica und in geringerem Umfang von der Asiatischen Steppenkatze F. silvestris ornata in sich tragen.

Schnurren und manchmal eine tote Maus – mehr nicht

Im Laufe der Zeit haben sich daraus gut ein Dutzend regionale Rassen entwickelt. Im Nahen Osten entstand der Typ der Angorakatze, in Skandinavien die Vorform der heutigen Waldkatze und in Russland der relativ junge Typ der Sibirischen Katze. Eine Untersuchung von mehr als tausend „non pedigree“-Katzen aller Herren Ländern hat ergeben, dass die Vielfalt noch erstaunlich groß ist. Die niedrigsten Inzuchtkoeffizienten fanden die Forscher in Tunesien und in China, in Deutschland und in Kenia lagen sie relativ hoch, aber immer noch weit unter denen, die bei anderen Haus- und Nutztieren gemessen werden.

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