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Fossilienfund : Furchterregende Vögel

  • Aktualisiert am

Der riesige Vogel lebte vor etwa 14 Millionen Jahre Bild: Stephanie Abramowicz

Wissenschaftler haben in Argentinien ein gigantisches Fossil gefunden: die Überreste gehören zu einem etwa drei Meter großem „Terrorvogel“. Der Schädel des Tieres ist der größte, der je von einem Vogel gefunden wurde.

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          Auf die fossilen Überreste eines gigantischen Vogels sind Wissenschaftler in Argentinien gestoßen. Das furchterregende Tier, das vor rund 14 Millionen Jahren gelebt hat, könnte mehr als drei Meter groß gewesen sein. Es gehört zu den Phorusrhaciden, jenen flugunfähigen Vögeln, die auch als Terror- oder Schreckensvögel bezeichnet werden. Sein Schädel erinnert von der Größe her an den eines Pferdes.

          Wie Luis Chiappe und Sara Bertelli vom Naturgeschichtlichen Museum von Los Angeles County berichten, ist der jetzt untersuchte, gut erhaltene Schädel 71,6 Zentimeter lang und damit der größte, der je bei einem Vogel gefunden wurde (“Nature“, Bd. 443, S. 929). Mehr als die Hälfte davon entfällt auf den kräftigen, vorne stark gebogenen Schnabel des Fleischfressers. Seine Form ähnelt derjenigen eines Adlerschnabels.

          Phorusrhaciden stattliche Laufvögel

          Die Phorusrhaciden geben den Biologen noch viele Rätsel auf, weil die fossilen Zeugnisse insgesamt recht lückenhaft sind. Bei diesen Tieren, die während des Miozäns im Gebiet des heutigen Südamerikas lebten, handelte es sich durchweg um stattliche Laufvögel. Die Vertreter der zierlichsten bisher bekannten Arten waren immerhin 90 Zentimeter groß.

          Am anderen Ende des Spektrums finden sich wahre Riesen. So dürften die Exemplare der Arten Phorusrhacos longissimus und Brontornis burmeisteri eine Körperhöhe von nahezu drei Metern erreicht haben. Offenbar noch um rund zehn Prozent übertroffen wurden sie durch jene Terrorvögel, deren Existenz nun durch den neuen Fossilfund aus Argentinien belegt wird.

          Flinke Vögel trotz riesiger Statur

          Über die Lebensweise der Phorusrhaciden ist schon viel spekuliert worden. So sind erst unlängst Forscher der Universität von Montevideo zu der Überzeugung gelangt, die etwa straußengroßen Vertreter der Art Mesembriornis milneedwardsi könnten ihre kräftigen Beine dazu genutzt haben, die Knochen von Beutetieren zu zertrümmern und dadurch an das Mark heranzukommen.

          Was die Schnelligkeit der Fortbewegung betrifft, herrscht bislang die Ansicht vor, daß die Giganten unter den schrecklichen Vögeln deutlich weniger behende waren als ihre kleinwüchsigeren Verwandten. Nach Überzeugung von Chiappe und Bertelli muß diese Einschätzung nun aufgrund des jüngsten Fossilfundes korrigiert werden. Das Tier mit dem mächtigen Schädel verfügte nämlich über erstaunlich lange und schlanke Mittelfußknochen (“Laufbeine“). Nach Ansicht der Forscher war es daher deutlich flinker, als man aufgrund des riesigen Körpers annehmen möchte.

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