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Delphine : Schwamm drüber

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Auf zur Futtersuche: Delphin mit Schwamm Bild: Janet Mann

Delphine benutzen bei der Nahrungssuche Schwämme, die sie um die Schnauze wickeln. Vor allem weibliche Tiere tun das. Forscher erkennen darin eine spezielle Kultur der Tiere.

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          Delphine sind intelligente Tiere. Sie können sogar Werkzeuge benutzen. Wissenschaftler fanden jüngst heraus, daß einige Delphine Schwämme vom Meeresboden ablösen und um ihre Schnauze wickeln, wenn sie am sandigen Meeresgrund nach Beutetieren suchen.

          Die Funktion dieser Verhaltensweise ist bislang ungeklärt, aber in der Debatte um kulturelle Phänomene im Tierreich mag diese Beobachtung eine neue Dimension eröffnen. Über einen Zeitraum von 14 Jahren untersuchte die Arbeitsgruppe um Michael Krützen von der University of New South Wales, Sydney, die Taktiken von 185 Großen Tümmlern bei der Nahrungssuche in der Shark Bay, Westaustralien. Ihre Ergebnisse wurden in den Early Editions der "Proceedings" der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht.

          Fast nur Weibchen greifen zum Schwamm

          "Sponging", wie die Anwendung der Schwammtechnik auch genannt wird, ist eine geschlechtsspezifische Verhaltensweise und wird fast ausschließlich in der weiblichen Linie beobachtet. Nur einer von dreizehn Schwammnutzern war männlich. Der Grund dafür ist bislang unbekannt.

          Mittels genetischer Analysen schlossen die Forscher aus, daß "Sponging" vererbt wird. Wohl aber ließ sich eine genetische Verwandtschaft zwischen allen Schwammnutzern feststellen. Nach Meinung der Forscher liefern auch unterschiedliche ökologische Bedingungen keine ausreichende Erklärung für diese Verhaltensweise. Suchten doch alle Delphine im selben Lebensraum nach Nahrung. Fazit der Forscher: Delphine sind nicht nur intelligent. Sie haben auch Kultur.

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