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Datenspeicherung im Tierreich : Die Selbstvermessung der Tiere

  • -Aktualisiert am

Was auf den ersten Blick aussieht wie ein kleiner Hut, ist in Wirklichkeit ein Sender, der die Hirnströme des Faultiers aufzeichnet Bild: Niels Rattenborg, MPI für Ornithologie

Kleine Sender sammeln Daten über Hirnströme von Faultieren oder Flugrouten von Fledermäusen und revolutionieren so die Zoologie.

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          Was auf den ersten Blick wie ein kleiner Hut auf dem Kopf eines Faultiers aussieht, ist in Wirklichkeit ein Sender zur Messung von Hirnströmen und Muskelspannungen, ein EEG/EMG-Rekorder. Das kleine Gerät ist das Pars pro Toto für das neue „Goldene Zeitalter des Tier-Tracking“, wie Forscher vom Smithsonian Tropical Research Institute in Panama in „Science“  schreiben. Mittlerweile sind die Sensoren zur Fernvermessung und Nachverfolgung von Tieren so kompakt und vielseitig geworden, dass sie auch kleine Tiere wie einen Minirucksack tragen können. Und auch die Akkus der Sender sind nicht mehr wie bisher bereits nach wenigen Tagen erschöpft.

          Routen bis auf den Meter genau

          Mit hochauflösenden Positionsdaten, die ein mit Sonnenenergie versorgter GPS-Sensor liefert, konnten die Forscher um Roland Keys die Routen vieler Wildtiere metergenau nachzeichnen - und das über weite Strecken und über lange Zeit hinweg. An welchen Orten die Tiere auf Artgenossen treffen oder auf Feinde, wo sie auf ihren Wegen Pollen und Samen verbreiten, lässt sich so herausfinden. Während man früher mühsam Luftbilder oder Fotos von Beobachtungsstationen analysieren musste, liefern die Sender in Sekundenschnelle große Datenmengen. Die digitale Revolution der Wald- und Wiesenforschung schreitet unaufhaltsam voran.

          Erst vor kurzem haben Zoologen der Universität Oxford in der Zeitschrift „Scientific Data“ Tierbilder aus der Serengeti präsentiert, die 225 Kameras auf 1125 Quadratkilometern drei Jahre lang geschossen hatten - insgesamt 1,2 Millionen Aufnahmen. Auch sie liefern umfassende Daten, die das Ökosystem im afrikanischen Nationalpark abbilden. Bei der Analyse der Bilder halfen den Forschern insgesamt 60 000 Freiwillige auf der Citizen-Science-Plattform „Snapshotserengeti“.

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