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Bienen : Ein Gedächtnis für Düfte

  • -Aktualisiert am

Landwirtschaft geht nicht ohne sie: Eine Honigbiene beim Sammeln von Nektar und Pollen. Bild: dpa

Blumendüfte setzen sich aus vielen Komponenten zusammen. Nun haben Forscher gezeigt, dass Bienen zur Orientierung unter ihnen sich auf hervorstechende Duftanteile in den Buketts beschränken.

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          Ob Veilchen oder Seidelbast - Blumendüfte sind raffinierte Mischungen, meist aus Dutzenden von unterschiedlichen Substanzen zusammengesetzt. Dank eines leistungsstarken Geruchssinns sind Honigbienen für diese Vielfalt der Duftstoffe durchaus empfänglich. Wenn sie freigiebige Blüten besuchen, scheinen sie den größten Teil des reichhaltigen Duftbuketts aber weitgehend zu ignorieren.

          Dass sich die fleißigen Nektarsammlerinnen einige ausgewählte Komponenten bevorzugt einprägen, fand Judith Reinhard von der University of Queensland heraus. Wie sie in der Online-Zeitschrift "Plos One" berichtet haben, präsentierten sie etlichen Honigbienen verschiedene Mixturen aus jeweils 14 blumigen Duftstoffen. Dass die Versuchstiere gleichzeitig Zuckerwasser trinken durften, animierte sie, sich diese Duftnoten zu merken.

          Einige Komponenten reichen

          Anschließend herauszufinden, was die Bienen in ihrem Gedächtnis gespeichert hatten, war einfach: Wenn die Tiere mit einem nahrhaften Trunk rechneten, streckten sie erwartungsvoll ihren Saugrüssel hervor. Dabei zeigte sich, dass die Duftstoffmischung keineswegs komplett sein muss, soll sie süße Erinnerungen wecken. Anscheinend hatten sich die Bienen das Lernen leicht gemacht und sich auf einige wenige Komponenten konzentriert. Auf diese Auswahl reagierten sie ebenso eifrig wie auf das vollständige Sortiment von 14 Duftstoffen.

          Nach welchen Kriterien aber werden die Bestandteile ausgewählt? Auf die chemische Struktur der Moleküle scheint es ebenso wenig anzukommen wie darauf, ob die Moleküle als einzelner Duftstoff leicht zu erlernen sind. Am bereitwilligsten merkten sich die Bienen offenbar Substanzen, die in besonders großen Mengen beigemischt wurden.

          Geringeren Anteilen weit weniger Bedeutung beizumessen scheint sinnvoll, denn in kleinen Details sind Blumendüfte recht variabel. Außerdem gilt es nicht nur, vielversprechende Nektarquellen schon aus weiter Ferne zu erkennen. Wo etwas zu holen ist, können Honigbienen auch von erfolgreichen Artgenossinnen lernen, die mit ihrer Nektarladung stets den charakteristischen Duft der besuchten Blüten heimbringen.

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