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Artenvielfalt : Ohne Altholz-Inseln verarmt der Wald

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In aufgeräumten Wäldern ohne Lebensraum: das Eichhörnchen Bild: dpa

Wir mögen sie, unsere sauberen und aufgeräumten Wälder. Doch mit Natur hat das wenig zu tun, meint der WWF. Und für die Artenvielfalt ist die Wald-Kosmetik reines Gift.

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          Übertriebene Pflege gefährdet die Artenvielfalt von Europas Wäldern. Davor hat die Umweltorganisation World Wildlife Fund for Nature (WWF) in ihrem am Montag veröffentlichten Bericht „Deadwood - Living Forests“ (Totes Holz - Lebende Wälder) gewarnt. Über die Bedeutung abgestorbener Bäume für den Erhalt der Wälder in Europa diskutieren derzeit rund 250 Forstexperten, Wissenschaftler und Umweltschützer auf einer internationalen Konferenz im französischen Chambéry.

          Das natürliche Nebeneinander von gesunden Bäumen, alten Baumriesen und totem Holz sei die Lebensgrundlage für ein Drittel der heimischen Pflanzen und Tiere in europäischen Wäldern, heißt es in dem WWF-Bericht. In den abgestorben, hohlen Bäumen gediehen Vögel, Fledermäuse, Insekten und viele andere Tiere. Mikroorganismen und Pilze zersetzten das Holz und verwerteten sie. Gerade Arten wie Eichhörnchen und Spechte, die in alten Bäumen nisten, gehören dem WWF zufolge zu den in Europa am meisten vom Aussterben bedrohten Tieren.

          Ganz natürlich alt werden lassen

          „Man sollte die Wälder Europas ganz natürlich alt werden lassen“, sagte WWF-Forstexperte Daniel Vallauri. „Das Entfernen von totem Holz und alten Bäumen ist ein rein kosmetischer und überflüssiger Eingriff in ein natürliches Ökosystem und bedroht dessen Artenvielfalt.“ Der WWF fordert die Regierungen Europas, Forstbesitzer und die Industrie dazu auf, mehr tote Bäume im Wald als sogenannte Altholzinseln liegen zu lassen. „Totes Holz und alte Bäume deuten nicht auf einen kranken Wald hin, von diesem Vorurteil müssen wir Abschied nehmen“, sagte Vallauri.

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