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Artensterben : Flußpferd und Eisbär Neuzugänge auf Roter Liste

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Zu wenig Nachwuchs: Flußpferd Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Keine Trendwende: Der Artenschutz hat auch in den vergangenen zwei Jahren keine Fortschritte gemacht. Auf den neu erhobenen Roten Liste stehen nun mehr als 16.000 Arten. 600 Arten sind hinzugekommen, darunter Flußpferd und Eisbär.

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          Der Eisbär und das Flußpferd stehen vor dem Aussterben. Das geht aus der neuen Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN hervor, die am Dienstag im Schweizer Gland veröffentlicht worden ist. Insgesamt stehen 16.119 besonders gefährdete Arten auf der Liste. Auch Wüstengazelle und Süßwasserfische sind „prominente“ Zugänge auf der Liste, der akut bedrohten Tierarten.

          Vor zwei Jahren, bei der letzten großen IUCN-Erhebung, waren es 15.589 Arten. „Die Rote Liste 2006 zeigt eine klaren Trend: Der Verlust an Artenvielfalt steigt und geht nicht zurück“, sagte IUCN-Generaldirektor Achim Steiner, der neuer Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) werden soll.

          Dramatische Lage für Süßwasserfische

          Besonders dramatisch sei die Lage der Süßwasserbewohner, erklärte die Umweltschutzorganisation WWF in Frankfurt: 56 Prozent aller nur in der Mittelmeerregion vorkommenden Süßwasserfischarten seien vom Aussterben bedroht - so viele wie nirgendwo sonst auf der Welt. In Ostafrika sei mehr als jede vierte Süßwasserfischart vom Aussterben bedroht.

          Dem Eisbär schmilzt der Boden unter den Füßen

          Dem Eisbären macht vor allem die globale Erwärmung zu schaffen. „Den Eisbären schmilzt der Boden unter den Füßen weg: Sie brauchen aber das Packeis zum Überleben, denn nur dort können sie Jagd auf ihre Hauptnahrung, die Robben, machen“, erklärte der für den Artenschutz zuständige WWF-Vertreter Roland Melisch. Mittlerweile ist der Bestand auf 22.000 Tiere gesunken.

          Mehr Artenschutz nur Lippenbekenntnis?

          Auf der Roten Liste stehen unter anderem jede dritte Amphibienart, ein Viertel aller Säugetier- und Nadelbaumarten sowie jede achte Vogelart. Neu ist die Einstufung der 547 Hai- und Rochenarten: Fortan gelten 20 Prozent als vom Aussterben bedroht.

          Melisch forderte ein Umdenken in der Politik. Das vor vier Jahren beim UN-Gipfel in Johannesburg formulierte Ziel, beim Artensterben bis 2010 eine „Trendwende“ einzuleiten, sei offensichtlich nur ein Lippenbekenntnis gewesen. Die Regierungen Deutschlands und der EU müßten sich bei Subventionen, Investitionen und Handelsabschlüssen stets an ihrem Versprechen von Johannesburg orientieren, forderte Melisch.

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