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Artensterben : Das Mittelmeer ist für Haie und Rochen ein gefährlicher Ort

  • -Aktualisiert am

Für den Rochen ein gefährliches Leben im Mittelmeer Bild: AFP

Die vor kurzem von der Weltnaturschutzunion fertiggestellte Rote Liste gibt traurige Gewissheit: Der Bestand an Knorpelfischen wie dem Engelshai nimmt drastisch ab. Dafür ist neben dem langsamen Wachstum vorallem die Fischerei verantwortlich.

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          Engelshaie gehören zu den am stärksten gefährdeten Tierarten des Mittelmeeres. Auf der von der Weltnaturschutzunion (IUCN) kürzlich fertiggestellten Roten Liste der mediterranen Knorpelfische, die 71 Spezies von Haien, Rochen und Chimären umfasst, nehmen sie einen höchst bedenklichen Spitzenplatz ein. Die auch als Meerengel bezeichneten Engelshaie der Gattung Squatina sind im Mittelmeer mit drei Arten vertreten.

          Diesen wurde jetzt zusammen mit zehn weiteren Knorpelfischen, darunter der Meersau (Oxynotus centrina) und dem nur im Mittelmeer vorkommenden Malteserrochen (Leucoraja melitensis), die höchste Gefährdungsstufe bescheinigt. Nicht gefährdet scheinen lediglich zehn der aufgelisteten Arten zu sein. Nach Einschätzung der IUCN ist das Leben für Haie und Rochen nirgendwo sonst auf der Welt so gefährlich wie im Mittelmeer. Nur einer einzigen Art, dem in großer Tiefe lebenden Portugiesenhai (Centroscymnus coelolepis), ergehe es dort besser als in den anderen Meeren.

          Viel Zeit zur Population

          Die Gründe dafür, dass die meisten mediterranen Knorpelfische als gefährdet eingestuft werden müssen, sind hinlänglich bekannt. So werden die Bestände durch die Fischerei dezimiert. Einigen Arten von Knorpelfischen stellt man gezielt nach, wobei die Dokumentation der Fänge offenbar lückenhaft ist. Zum anderen werden sie gewissermaßen nebenher gefischt oder gehen - ohne dass dies beabsichtigt ist - als Beifang in die Netze. Letzteres ist vor allem bei der Langleinen-Fischerei der Fall, die auf Schwertfische und Thunfische zielt.

          Auch über den Beifang wird dem IUCN-Bericht zufolge schlecht Buch geführt. Der Mensch setzt den Beständen zudem auf mannigfaltige andere Weise zu, etwa durch Besiedelung von Küsten und durch Gewässerverschmutzung. Dazu kommen biologische Besonderheiten der Knorpelfische, vor allem das im Vergleich zu Knochenfischen langsame Wachstum. Es vergeht daher meist viel Zeit, bis sich eine angeschlagene Populationen wieder erholt.

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