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Artenschutzkonferenz : Walfänger abgeblitzt, kein Schutz für Spitzmaulnashörner

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Weiter in akuter Gefahr: Spitzmaulnashörner im Tsavo-Nationalpark, Kenia Bild: picture-alliance / dpa

Noch eine Niederlage für die Walfangnation Japan. Die Artenschutzkonferenz in Den Haag hat es abgelehnt, die Walbestände zu ermitteln und erklärte sich für den Walfang nicht zuständig. Dagegen wurde die Jagd auf das stark gefährdete Spitzmaulnashorn nicht unterbunden.

          Die Welt-Artenschutzkonferenz in Den Haag hat einen Antrag der Walfangnation Japan abgelehnt, die Walbestände in den Weltmeeren überprüfen zu lassen. Damit sei der „leicht zu durchschauende Versuch Japans“ vereitelt worden, das strikte Walfangverbot der Internationalen Walfangkommission (IWC) zu unterlaufen, sagte der Deutsche Delegationsleiter Jochen Flasbarth am Mittwoch in Den Haag. Er begrüßte die deutliche Entscheidung, die mit 67,5 Prozent der Stimmen fiel.

          Damit hat die Welt-Artenschutzkonferenz zugleich ihre Zuständigkeit für Wale abgelehnt. Für alle Aspekte, die diese Meeressäuger betreffen, sei die Internationale Walfangkommission maßgeblich, betonten die Delegierten. Japan konnte bei dieser Kommission wiederholt seine Ziele zum kommerziellen Walfang nicht durchsetzen. Es fängt daher Wale aus sogenannten wissenschaftlichen Gründen. Erst vergangene Woche hatte Japan bei der IWC-Tagung weitere Niederlagen einstecken müssen (siehe: IWC-Tagung in Anchorage: Etappensieg für Walschützer).

          Artenschutzkonferenz lehnt Zuständigkeit ab

          Nach Ansicht von Delegierten der Artenschutzkonferenz wird die Ernsthaftigkeit des Walschutzes gefährdet, wenn sich unterschiedliche Konventionen über die Zuständigkeit für die Meeressäuger streiten. In der Konferenz wurde außerdem die Forderung Islands verworfen, die Jagd auf Finnwale freizugeben.

          Nicolas Entrup von der Wal- und Delfinschutzorganisation (WDCS) warf Japan und Island sowie Norwegen vor, mit ihren Beiträgen bei der Artenschutzkonferenz vor allem neue Absatzmärkte für Walprodukte zu suchen. Die von Japan beantragte Überprüfung der Bestände würde einen „völlig überflüssigen Arbeitsaufwand“ bedeuten, der viel koste und keinen Nutzen bringen, meinte Volker Homes von der Umweltstiftung WWF. „Es gibt derzeit klare Absprachen zwischen den Konventionen, wer für die Wale zuständig ist“ meinte die Naturschutzorganisation IFAW in einer Reaktion.

          Kein Abschussverbot für Spitzmaulnashörner

          Unterdessen wurde in Den Haag ein Antrag auf ein Abschussverbot der vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner abgelehnt. Damit dürfen Trophäenjäger in Südafrika und in Namibia weiterhin jährlich fünf Tiere abschießen und exportieren. Kenia hatte beantragt, diese Genehmigung unter dem Washingtoner Artenschutzabkommen (Cites) zu streichen. Der Gesamtbestand von weltweit nur noch 3610 Dickhäutern dieser Art lasse die weitere Jagd nicht zu, begründete ein Sprecher die Forderung. Dennoch stimmte eine Mehrheit gegen den Antrag.

          Naturschutzorganisationen kritisierten die Entscheidung. „Es ist ein Skandal, dass eine so kleine Population weiter bejagt werden darf“, sagte Daniela Freyer von Pro Wildlife. „Jedes einzelne Tier ist für den Erhalt der Art wichtig.“ Sie verwies darauf, dass andere afrikanische Länder in der Aussprache angeboten hatten, Südafrika und Namibia die Nashörner abzukaufen. Sie wollten damit ihre eigenen kleineren Bestände ausbauen.

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