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Ameisen : Mit Schnappkiefern für fast alle Lebenslagen gerüstet

  • Aktualisiert am

Schlägt in 0,13 Millisekunden zu: die Schnappkieferameise Bild: AP

Ihre Mundwerkzeuge machen sie zu einem gefährlichen Jagdtier: Die Kiefer der Schnappkieferameise schlagen mit dem Hundertfachen der Erdbeschleunigung zu. Ein Rekord, der erstaunlicherweise auch bei der Flucht hilft.

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          Wenn sich eine Schnappkieferameise einem Beutetier so weit genähert hat wie auf dem nebenstehenden Bild, steht dem Jagderfolg wohl nichts mehr im Weg. Denn die Mundwerkzeuge schlagen blitzartig zu - schneller vermutlich als bei jedem anderen Tier.

          Das hat der Zoologe Wulfila Gronenberg während seiner Tätigkeit an der Universität Würzburg schon vor etlichen Jahren herausgefunden. Amerikanische Forscher haben solche Ameisen nun ebenfalls untersucht, und zwar mit einer verbesserten Hochgeschwindigkeitskamera, wodurch viele neue Details zutage traten. Ihr Studienobjekt war die in Mittel- und Südamerika verbreitete Art Odontomachus bauri.

          Das Hunderttausendfache der Erdbeschleunigung

          Wie sich herausstellte, vergehen durchschnittlich nur 0,13 Millisekunden, bis die Mundwerkzeuge zusammenklappen. Das berichtet die Gruppe um Sheila Patek von der University of California in Berkeley in den „Proceedings“ der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften (Bd. 103, S. 12787). Dabei wird das rund Hunderttausendfache der Erdbeschleunigung und eine Geschwindigkeit von 35 bis 64 Metern pro Sekunde erreicht.

          Fluchtbewegung - ausgelöst durch das Schlagen der Mundwerkzeuge auf den Untergrund

          Für den Beutefang dürften solche Extreme eigentlich unnötig sein. Wie sich aber gezeigt hat, nützt den Ameisen die enorme Schnelligkeit ihrer Schnappkiefer auch in anderen Situationen, nämlich bei Gefahr. Die schlagkräftigen Mundwerkzeuge dienen dann zur Verteidigung - und als eine Art Siebenmeilenstiefel. Schlagen die Kiefer mit voller Wucht auf den Untergrund, wird die nur rund 12 bis 15 Milligramm schwere Ameise in die Luft geschleudert. Das hat man zwar ebenfalls schon früher beobachtet, aber die kalifornischen Forscher konnten den Vorgang jetzt genauer analysieren. Bei den Versuchsreihen wurden die Ameisen sechs bis acht Zentimeter hoch und fünf bis vierzig Zentimeter weit katapultiert. Die Schnappkiefer sind demnach ein Vielzweckgerät für fast alle Lebenslagen.

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