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Muskelkrampf : Mangelnde Durchblutung die schmerzt

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Mit Dehnübungen gegen Muskelkrämpfe sollte man vorsichtig sein Bild: F.A.Z.-Valentine Edelmann

Wer kennt das nicht: Plötzlich werden Körperpartien, meistens die Waden, von stechenden Schmerzen durchzuckt. Dafür gibt es verschiedene Ursachen, die jeweils andere Therapien erfordern. Manchmal hilft schon eine Banane.

          Als Muskelkrampf oder medizinisch korrekt „Spasmus“ wird eine ungewollte starke Muskelanspannung bezeichnet, die mit Schmerzen verbunden sein kann. Prinzipiell kann sich jeder Muskel verkrampfen, am häufigsten sind jedoch Wadenkrämpfe. Aber auch Zehenkrämpfe zum Beispiel beim Schwimmen und sogar Krämpfe in der Nackenmuskulatur sind keine Seltenheit. Für Muskelkrämpfe ist häufig mangelnde Durchblutung verantwortlich, es kann aber auch eine Veränderung der Elektrolytkonzentration und des Flüssigkeitsgehaltes in der Muskulatur zugrunde liegen. Man unterscheidet üblicherweise drei Arten von Muskelkrämpfen: 1. Belastungsbedingte Muskelkrämpfe 2. Nächtliche Krämpfe 3. Hyperventilation.
          Ursachen

          Die drei verschiedenen Muskelkrämpfe werden durch folgende Faktoren ausgelöst. 1. Bei sportlicher Belastung erzeugen Muskeln Bewegung, indem sich die Muskelfasern verkürzen, wieder lösen, verkürzen, lösen und so weiter. Dieser automatisierte Mechanismus funktioniert reibungslos, wenn in den Muskeln ausreichend Sauerstoff und Mineralien - vor allem Magnesium und Kalium - zur Verfügung stehen. Ebenjene Elektrolyte helfen den Fasern, sich nach der Kontraktion wieder zu lösen. Fehlen die Mineralien, bleibt der Muskel angespannt, und das Gehirn meldet ein Schmerzsignal. 2. Die Ursache nächtlicher Wadenkrämpfe ist nicht eindeutig erforscht. Sicher ist nur, daß während des Schlafes eine Übererregbarkeit der Muskulatur besteht. 3. Muskelkrämpfe können auch durch Hyperventilation ausgelöst werden. Sie ist ein psychosomatisches Phänomen, das häufig bei jungen Frauen auftritt, die vor Aufregung schneller atmen und so zuviel CO2 ausstoßen. Durch die verminderte CO2-Konzentration im Blut nimmt die Erregbarkeit der Muskulatur zu - und damit die Gefahr von Muskelkrämpfen am ganzen Körper.
          Vorbeugung und Hilfe

          zu 1. Der altbekannte Tip, bei sportlich bedingten Muskelkrämpfen die betroffenen Partien sofort zu dehnen, sollte nur vorsichtig befolgt werden. Weil der Muskel durch den Krampf nicht so gut durchblutet wird wie gewöhnlich, ist seine Dehnbarkeit eingeschränkt. Wichtig ist, den Elektrolyt- und Wasserhaushalt wieder auf Trab zu bringen. Dabei helfen mineralienreiche Getränke wie ein Sportgetränk, Apfelschorle und Cola oder frisches Obst mit hohem Kaliumanteil wie Bananen und Aprikosen, die auch präventiv eingesetzt werden können. Wärme und eine leichte Massage fördern außerdem die Durchblutung des Muskels und lösen den Krampf. zu 2. Bei andauernden nächtlichen Krämpfen kann nur eine medikamentöse Behandlung helfen. Der Arzt verschreibt dann membranstabilisierende Medikamente, die die Empfindlichkeit der Muskeln herabsetzen, damit sie nicht mehr so einfach kontrahieren. zu 3. Auch bei Hyperventilation kann ein chemisches Mittel wie etwa Valium Abhilfe schaffen. Bewährt hat sich jedoch auch ein Plastikbeutel, der über Nase und Mund gehalten wird. Beim Ein- und Ausatmen in die Tüte steigt die Konzentration des dringend benötigten CO2 in der Atemluft.

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