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Multiple Sklerose : Ein fast normales Leben

  • -Aktualisiert am

Kabelschaden: Die Nervenkrankheit entsteht durch den Verlust der Isolierschicht um die Nervenausläufer. Bild: Google

Multiple Sklerose ist das Chamäleon unter den Nervenleiden. An ihr ist die Forschung oft gescheitert. Dennoch sind die Fortschritte gerade in der Therapie erstaunlich.

          16 Min.

          Multiple Sklerose (MS) wird heute Dank des wissenschaftlichen Fortschritts besser verstanden, ist genauer zu diagnostizieren und zu behandeln als jemals zuvor. Die Kehrseite der Medaille: Die hochwirksamen MS-Medikamente verändern das komplexe Immunsystem auf vielfältige Weise. Als Folge können schwere Nebenwirkungen auftreten. Die neueste Forschung arbeitet mit einigem Erfolg daran, diese Risiken in den Griff zu bekommen. Das Verständnis und die Therapiemöglichkeiten für die schleichende Form der MS sind jedoch noch begrenzt, auch wenn es seit kurzem ein erstes zugelassenes Medikament gibt. Die Herausforderung lautet heute: Die beste Therapie für jeden Patienten zu finden, die Erkrankung und die Therapie bestmöglich zu begleiten.

          Ein normales Leben? Ela Krieger (Name geändert) zögert. „Fast normal trifft es eher.“ Denn Normalität, das waren ein Vollzeitjob, regelmäßige Sportkurse und auch mal Feiern bis spät in die Nacht. Schon seit zehn Jahren kennt die Fünfundvierzigjährige nichts davon. Stattdessen freut sie sich, dass sie im öffentlichen Dienst ihre Arbeitszeit problemlos auf 70 Prozent reduzieren konnte. Statt mit Radtouren füllt sie ihre Freizeit mit Besuchen beim Krankengymnasten oder Neuropsychotherapeuten. Statt die Nächte durchzufeiern, geht sie regelmäßig schon um 22 Uhr ins Bett. Und selbst dann fühlt sie sich oft schon mittags so, als habe sie nicht geschlafen. Trotzdem sagt sie: „Mir geht es gut. Denn die Multiple Sklerose ist für mich keine Bedrohung mehr“. Und das ist alles andere als selbstverständlich.

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