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40 Jahre Mondlandung : Kein Ast, auf dem der Adler landen konnte

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Das tödliche Attentat auf John F. Kennedy dürfte 1963 das Apollo-Projekt gerettet haben. Schließlich ging Amerika aus dem kosmischen Wettlauf der Weltmächte als Sieger hervor: Auf dem Mond sind Stars and Stripes statt Hammer und Sichel gehisst.

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          „Houston, hier Station Meer der Ruhe. Der Adler ist gelandet.“ Als diese nüchternen Worte, mit denen sich Neil Armstrong am 20. Juli 1969 vom Mare Tranquilitatis auf dem Mond meldete, die Erde erreichten, war die Welt begeistert. In Deutschland standen die Uhren auf 21.18 Uhr, als das spinnenförmige Apollo-Landegerät, dem die Astronauten den klingenden Namen „Eagle“ gegeben hatten, erstmals Menschen auf einem fremden Himmelskörper absetzte. Der Kalte Krieg, der zu einem Wettlauf der Weltmächte zum Mond geführt hatte, ist damals von der Macht der Ereignisse in den Hintergrund gedrängt worden; ein Menschheitstraum hatte sich erfüllt. Die erste Landung von Menschen auf dem Mond und deren Ausstieg aus der Kapsel wurden seinerzeit rund um den Globus am Bildschirm verfolgt - in einigen Ländern des Ostblocks mit einer geringfügigen Verzögerung.

          Die „Prawda“ in Moskau hatte „der mutigen Besatzung“ von Apollo 11 nach deren Start sogar eine „glückliche Reise und vollen Erfolg“ gewünscht, im sowjetischen Gewerkschaftsblatt „Trud“ wurden die drei Astronauten - Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Mike Collins - vorgestellt, „denen wir Erfolg auf ihrem schweren Weg zum Mond, einen glücklichen Flug und Rückkehr zur Erde wünschen“. In der Volksrepublik China allerdings blieben Radio Peking und die amtliche Nachrichtenagentur Hsinhua still.

          Die Amerikaner hatten sich dem Weltraum zunächst wie auf Samtpfoten genähert. So war es die Sowjetunion, die den ersten Satelliten in eine Erdumlaufbahn brachte und mit der Hündin Laika das erste Tier. Am 12. April 1961 schließlich ließ sie Juri Gagarin in einem Raumschiff die Erde umkreisen - drei Wochen, bevor der amerikanische Astronaut Alan Shepard den Weltraum lediglich kurz „ankratzte“. Sein ballistischer Flug beruhte auf dem skurrilen, in Wernher von Brauns Entwicklungsgruppe geborenen Projekt „Adam“, dem zufolge eines Tages Soldaten und Ausrüstung mit ballistischen Raketen zu fernen Kriegsschauplätzen transportiert werden sollten.

          Um den Mond fliegen? Das war zu wenig!

          Der damalige amerikanische Präsident John F. Kennedy dürfte ob dieser abermaligen Blamage gekocht haben - zumal gerade auch die von der CIA unterstützte Invasion von Exilkubanern in der Schweinebucht in Kuba völlig missglückt war. Jedenfalls erkundigte er sich bei seinen Ratgebern, wie man der Welt demonstrieren könne, dass Amerika der Sowjetunion in Wirklichkeit weit überlegen sei. Wernher von Brauns Vorschlag, Astronauten um den Mond herum fliegen zu lassen, schien ihm den Sprung auf Platz eins nicht zu garantieren. Schließlich verkündete Kennedy am 25. Mai 1961, bis zum Ende des Jahrzehnts sollten Amerikaner auf dem Mond landen und sicher wieder zur Erde zurückkehren.

          Das Vorhaben war damals eine gigantische Herausforderung. Die amerikanische Raumfahrt steckte gerade einmal in den Kinderschuhen, und das Wort „Computer“ war den meisten Menschen unbekannt. Noch gab es Forscher, die es für völlig ausgeschlossen hielten, dass Menschen überhaupt auf dem Mond landen könnten; denn dessen Oberfläche sei doch vermutlich metertief von Staub bedeckt, und darin müsste jede Landekapsel unweigerlich versinken.

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