https://www.faz.net/-gwz-133sf

Funkprotokoll der Mondlandung : „Es klang auch etwas feucht . . .“

  • Aktualisiert am

Im permanenten Funkkontakt mit Houston: Neil Amrstrong an Bord der Raumkapsel Bild: Nasa

Am frühen Morgen des 21. Juli 1969 betraten Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin als erste Menschen den Mond. Ihre Eindrücke schilderten sie in Funkgesprächen mit der Flugkontrolle. Die Ausschnitte aus dem Funkprotokoll führen mitten in das Geschehen.

          3 Min.

          Am frühen Morgen des 21. Juli 1969 betraten Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin als erste Menschen den Mond. Ihre Eindrücke schilderten sie in Funkgesprächen mit der Flugkontrolle. Die Ausschnitte aus dem Funkprotokoll, die damals in der F.A.Z. dokumentiert wurden, führen mitten in das Geschehen.

          Armstrong (nach dem Betreten des Mondbodens): „Die Oberfläche ist fein und pulverig. Ich kann sie leicht mit meiner Fußspitze aufwirbeln . . . Ich sinke nur Millimeter ein, aber ich kann meine Fußstapfen sehen . . . und die feinen sandigen Teilchen.“

          Flugleitung: „Neil, hier Houston, wir schneiden mit.“

          Armstrong: „Es scheint nicht schwer zu sein, sich hier herumzubewegen, es ist vielleicht sogar einfacher als . . . im Simulator auf dem Boden. Kein Problem herumzugehen. Übrigens, das Abstiegstriebwerk hat nicht den geringsten Krater hinterlassen. Es hat etwa einen Fuß Bodenfreiheit. Wir sind mehr oder weniger auf einem ebenen Platz hier. Jetzt sehe ich doch Rückstände vom Abstiegstriebwerk, aber nur sehr geringfügige.“

          Armstrong (später): „Es ist sehr dunkel hier im Schatten, und ich habe Schwierigkeiten, zu sehen, wo ich hintrete. Ich werd' mich ins Sonnenlicht hinüber machen, ohne direkt in die Sonne zu schauen.“

          Armstrong (später): Ich schau' jetzt hinauf zum Landemodul. Ich stehe direkt im Schatten und sehe Buzz (Aldrin) im Fenster. Ich kann alles sehr klar und deutlich sehen . . .“

          Aldrin: „Ich geh' jetzt hinaus und mache meine ersten Aufnahmen.“

          Flugkontrolle: „Roger, Neil, wir hören Sie klar und laut. Macht ein paar Bilder und beschafft die Sofortproben“ (des Mondbodens).

          Flugkontrolle (drängend): „Neil, hier ist Houston. Haben Sie das mit den Sofortproben mitbekommen?“

          Armstrong: „Roger. Wir machen uns gleich dran, sobald wir mit diesen Aufnahmen fertig sind.“

          Aldrin (bei der Aufnahme der ersten Bodenprobe): „Es ist ein bisschen schwierig, durch die Kruste zu stoßen . . .“

          Armstrong: „Das ist sehr interessant, es ist eine sehr weiche Oberfläche. Aber hie und da stoße ich auf, äh, sehr harten Grund . . . (Zu Aldrin) Sieh zu, dass wir einen Stein mitbekommen, nur ein paar.“

          Aldrin: „Ah, von hier sieht es besonders schön aus, Neil.“

          Armstrong: „Ja, es ist eine ganz besondere Art von Schönheit. Vielleicht so ähnlich wie die Hochlandwüste in den Vereinigten Staaten.“

          Armstrong (später): „Bekommt ihr jetzt ein Fernsehbild da unten, Houston?“

          Flugkontrolle: „Ja, wir bekommen ein Bild. Sie sind zur Zeit gerade nicht drin . . . Jetzt kommen Sie wieder in unser Gesichtsfeld.“

          Aldrin: „Das Gewicht des Versorgungstornisters zieht doch ganz schön nach hinten.“

          Armstrong: „He, Buzz, du stehst jetzt auf einem Felsbrocken, da genau ist ein großer Felsbrocken.“

          Aldrin: „Die Aussicht hier ist wirklich wunderbar.“

          Armstrong: „Ja, ist das nicht großartig?“

          Aldrin: „Eine großartige Einöde.“

          Aldrin: „Übrigens, diese Felsbrocken haben eine sehr pulvrige Oberfläche . . . Man muss schon vorsichtig sein und sich immer leicht nach vorne in die Richtung neigen, in die man gehen will. Wenn man's nicht tut . . ., mit anderen Worten: Man muss einen Fuß immer unter dem Schwerpunkt haben.“

          Weitere Themen

          Schusswaffen in Nordamerika Video-Seite öffnen

          Videografik : Schusswaffen in Nordamerika

          Wegen mutmaßlicher Finanzvergehen will der Bundesstaat New York die mächtige Waffenlobbygruppe NRA verbieten lassen. Der Besitz von Schusswaffen ist in der Gesellschaft Nordamerikas tief verwurzelt. Jedes Jahr sterben zehntausende Menschen durch Waffengewalt.

          Frauenkörper, ein Politikum

          Adele und ihr Gewicht : Frauenkörper, ein Politikum

          Adele hat abgenommen – und wird dafür sowohl überschwänglich gefeiert als auch heftig kritisiert. Warum nur fühlen sich Menschen noch immer ungefragt bemüßigt, Frauenkörper zu kritisieren?

          Topmeldungen

          Demonstrationen im Libanon : „Jeder ist bereit für einen Kampf“

          In Beirut treibt die Wut auf die Politik Abertausende Menschen auf die Straßen. Die Lage in der Stadt ist unübersichtlich. Dieses Mal wollen die Demonstranten die korrupte Elite des Landes nicht davonkommen lassen.
          Die amerikanische Schriftstellerin Lily Brett

          Amerika in der Krise : Wie New York unter Trump und Corona leidet

          Donald Trump hat einen Grausamkeitskoeffizienten, der den größten Diktatoren zum Neid gereichen könnte, schreibt die Schriftstellerin Lily Brett. Über die Hoffnung der Amerikaner auf eine gerechtere Zukunft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.