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Mental erschöpft? : Wenn geistige Arbeit im Gehirn ein Gift absondert

Auch für den beliebten Schach-Großmeister Hikaru Nakamura ist das Spiel eine mentale Höchstleistung. Bild: picture alliance / NurPhoto

Stunden langes intensives Denken bringt uns nicht nur an mentale Grenzen. Das Gehirn reagiert auch chemisch deutlich. Was die Erschöpfung im Kopf mit uns macht, versucht eine neue Studie im Hirnscanner zu erklären.

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          Auch Schachgroßmeister werden nach vier bis fünf Stunden müde im Kopf. Und so geht es jedem, der geistig hart arbeiten muss: Irgendwann im Laufe des Tages lässt die Konzentration nach, bis man am Ende das verspürt, was Hirnforscher, Psychologen und Verhaltensforscher als mentale Erschöpfung bezeichnen. Dauernde kognitive Höchstleistungen können im Prinzip also genauso ermüdend sein wie schwere körperliche Beschäftigungen, auch wenn die Gründe dafür andere sind. Was die Geistesarbeit betrifft, sind französische Forscher nun vielleicht einer Antwort näher gekommen, warum intensives langes Denken den Kopf so auspowert. Sie haben im Hirnscanner gezeigt, dass es bei der mentalen Dauerbeanspruchung zu handfesten biochemischen Zerrüttungen im Vorderhirn kommt.

          Joachim Müller-Jung
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die Wissenschaftler um Antonius Wiehler von der Universität Pitié-Salpêtrière in Paris haben zwei Dutzend Probanden im Hirnscanner einem mehr als sechsstündigen Feuerwerk mit Rätselaufgaben ausgesetzt und gleichzeitig die Hirnaktivitäten sowie spezielle Stoffwechselprodukte mit der Magnetresonanz-Spektrographie analysiert. Zusätzlich mussten sie Kaufentscheidungen treffen, die ihnen in Abständen vorgelegt wurden. Eine zweite Gruppe mit 16 Personen wurde zum Vergleich ebenso lang mit Aufgaben beschäftigt, allerdings waren die mit Leichtigkeit zu lösen. Unter dem Strich blieb nach dem Vergleich die Erkenntnis: Harte Geistesarbeit verändert offenbar stark die Chemie des Gehirns, dieses sorgt allerdings letztendlich auch selbst für das erlösende kognitive Ausweichmanöver – nämlich die Beschäftigung mit erholsameren Dingen. Mentale Abwechslung statt monotone Denkarbeit.

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