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Fragebogen an Covid-19-Opfer : „Ich fühle mich zu jung zum Sterben“

  • -Aktualisiert am

Corona-Befall im Elektronenmikroskop: Sars-CoV-2-Partikel (gelb) binden sich nach der Massenvermehrung im Körper an die Oberfläche einer Fettzelle (grün). Die infektiösen Viren sind 60 bis 150 millionstel Millimeter groß. Bild: NIAID/NIH

Die zweite, große Welle der Corona-Pandemie rollt, das Ansteckungsrisiko steigt. Und damit auch die Sorge der Mehrheit, was passieren könnte. Fünf Opfer der ersten Welle schildern ihren Umgang mit Covid-19.

          7 Min.

          Dr. Dr. Saskia Biskup, 48 Jahre

          Wissen Sie, wo Sie sich angesteckt haben?

          Ich habe mich bei meinem Mann angesteckt. Wo er sich angesteckt hat, weiß er nicht. Wahrscheinlich auf einer Großveranstaltung Anfang März, die wurden ja erst später verboten.

          Wie hat sich Covid-19 bei Ihnen manifestiert, welche Symptome hatten Sie?

          Bei mir ging es an einem Abend schlagartig los, und ich hatte wahnsinnige Kopf- und Gliederschmerzen, wie noch nie in meinem Leben. Ich habe keine Medikamente genommen, weil ich wissen wollte, wie sich das entwickelt. Das hat dann vier, fünf Stunden angedauert, und am nächsten Morgen war alles vorbei. Andere Symptome wie Fieber oder Husten hatte ich nicht, aber ich habe mich trotzdem sehr geschont, weil ich großen Respekt vor dem Virus habe. Wir haben im engsten Freundeskreis mitbekommen, wie tragisch die Erkrankung verlaufen kann.

          Dr. Dr. Saskia Biskup
          Dr. Dr. Saskia Biskup : Bild: Jens Steingässer

          Wie lange haben Sie gebraucht, um wieder gesund zu werden, und verspüren Sie heute noch Langzeitfolgen?

          Ich war drei Wochen in Quarantäne, weil es so lange gedauert hat, bis ich im PCR-Test negativ war. Wir haben ein Unternehmen mit über 200 Mitarbeitern und wollten sicher sein, niemanden anzustecken. Langzeitfolgen hatte ich keine.

          Wie empfinden Sie die ergriffenen Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland?

          Mir fehlt an vielen Stellen eine klare Strategie, etwa beim Testen. Während unserer Quarantäne haben mein Mann und ich beschlossen, uns aktiv an der Pandemiebewältigung zu beteiligen und unser Labor um die Corona-Akutdiagnostik zu erweitern. Wir sind jetzt verantwortlich für das Testzentrum am Stuttgarter Flughafen, und wir testen in Tübingen die Altenpflegeheime und Unternehmen. Wir haben auch noch mehr Testkapazität, dürfen aber Privatpersonen mit Symptomen nicht über die Krankenkassen abrechnen. Und anderswo sind Labore völlig überlastet, und die Leute bekommen keinen Test. Das kann einfach nicht sein. Es ist absehbar, dass sich die Situation wieder verschlimmert, und ich würde mir wünschen, dass die vorhandenen Ressourcen besser genutzt werden. Ich verstehe auch nicht, dass die Gesundheitsämter nicht mehr Unterstützung bekommen, dass die App nicht korrekt funktioniert, und grundsätzlich würde ich mir einheitliche Regeln wünschen.

          Karl-Eugen Dorner, 72 Jahre

          1. Wissen Sie, wo Sie sich angesteckt haben?

          Wahrscheinlich im Skiurlaub Ende Februar in den Dolomiten.

          2. Wie hat sich Covid-19 bei Ihnen manifestiert, welche Symptome hatten Sie?

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