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Die „unsichtbare Krankheit“ : Woran man merkt, dass das Kind depressiv ist

Wenn ein Schulkind sich von Freunden und den Eltern zurückzieht, kann das Ausdruck eines psychischen Leidens sein. Bild: plainpicture/Claudia Huber

Die Anzahl depressiver Kinder unter 14 Jahren hat sich zwischen 2005 und 2017 verdoppelt. Doch gerade Kinder klagen bei Depressionen nicht zwangsläufig über Traurigkeit. Es gibt andere Zeichen.

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          Eine Murmelbahn, Hündin Sammy und bunte Monster helfen Kindern, die unter Ängsten und Depressionen leiden, ein normales Leben zu führen. Davon erzählen die kleinen Patienten aus der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Marburg in einer Spezialausgabe der „Sendung mit der Maus„ im Oktober 2018. Es ist die „unsichtbare Krankheit“, während es über psychische Erkrankungen von Erwachsenen unzählige Artikel, Bücher und TV-Sendungen gibt. Aber Kinder und Jugendliche leiden ebenfalls unter Depressionen, und das immer häufiger, wie aus einer aktuellen Auswertung von Versichertendaten der Barmer GEK hervorgeht.

          Johanna Kuroczik
          Redakteurin im Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Rund 1,3 Prozent der Kinder unter 14 Jahren sind demnach depressiv, von 2005 bis 2017 hat sich diese Rate verdoppelt. Bei Jugendlichen ist der Anteil in dieser Zeit auf mehr als vier Prozent gestiegen. Hochgerechnet entspricht das in Deutschland ungefähr 200.000 Teenagern, bei denen im Jahr 2017 eine Depression diagnostiziert wurde. Ärzte und Wissenschaftler sind sich über die Ursachen dieser heiklen Entwicklung uneins. Einige machen das moderne Schulsystem verantwortlich, andere Smartphones und Social Media. Möglich ist auch, dass psychische Erkrankungen nicht wirklich zunehmen, sondern Ärzte dem Seelenleben der Kinder mehr Aufmerksamkeit schenken.

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