https://www.faz.net/-gwz-9thhf

Umstrittene Ernährungsstudie : Die Schlacht ums rote Fleisch

  • -Aktualisiert am

Steaks braten ist so wenig tabu wie Wurst essen, doch manch einer empfindet die Empfehlung zum Maßhalten wie ein Verbot. Bild: plainpicture/Lohfink

Immer mal wieder wird versucht, die offiziellen Ernährungsempfehlungen zu diskreditieren. Zuletzt durch ein selbsternanntes Konsortium. Fazit: Schwer verdaulich!

          7 Min.

          Ein in der Ernährungsforschung nicht eben seltener Fall von alternativen Fakten hat bei Gesundheitsforschern einen – je nach Standpunkt und Interessen – bitteren bis süßlichen Geschmack hinterlassen. Anfang Oktober hatte ein bis dahin unbekanntes Forschernetzwerk auf der Basis eigener Analysen verkündet, der Verzehr von verarbeitetem und rotem Fleisch füge der Gesundheit entgegen weitverbreiteten Ernährungsempfehlungen etwa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) womöglich doch keinen nennenswerten Schaden zu. Einschränkungen, weniger Fleisch zu essen, seien aufgrund der Beweislage nicht angemessen.

          Seither stehen nicht nur die Autoren, sondern auch die Herausgeber des Journals „Annals of Internal Medicine“ für die Diskreditierung der offiziellen Empfehlungen in der Kritik – nicht nur, weil die Autoren selbst ihre eigene Empfehlung als „schwach“ bezeichnen. Vielmehr wird die Studie auch angegriffen, weil sie methodisch als fragwürdig gilt und nur einen Aspekt betrachtet, der übermäßige Fleischverzehr jedoch zahlreiche andere ungünstige Nebeneffekte etwa auf die Nahrungsauswahl, die Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft und die Massentierhaltung hat. Effekte also, die sich zudem noch indirekt negativ (etwa durch Förderung der Antibiotikaresistenz und der Ausbreitung von Erregern) auf unsere Gesundheit auswirken.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. + F.A.S. – Adventsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Allein geht es nicht: Der Rapper Kollegah kann sich forsche Töne leisten, weil er einen Beschützer hat.

          Familienclans und Rocker : Die „Rücken“ der Rapper

          Rapper in Deutschland haben oft mit kriminellen Milieus zu tun. Sie lassen sich von Rockern und Clans beschützen. Wenn die Hintermänner streiten, wird es gefährlich. Ein Einblick in die Welt von Kollegah, Capital Bra und Bushido.
          Die Dividenden ersetzen die Zinsen nicht.

          Die Vermögensfrage : Die Dividende ist nicht der neue Zins

          In Zeiten abgeschaffter Zinsen werden neue Anlagemöglichkeiten gesucht und gefunden: die Dividende. Ein guter Tausch? Dividendentitel können ein attraktiver Bestandteil der eigenen Aktienanlagestrategie sein, den Zins aber ersetzen sie nicht.
          In anderer Rolle: Awo-Führungspersonal als Berater der Firma „Consowell“ auf der abgeschalteten Webseite.

          Aufsichtsrat als Minijobber : Fragwürdige Awo-Transaktionen

          Die Kreisverbände Wiesbaden und Frankfurt der Awo haben über das Unternehmen Somacon fragwürdige Transaktionen abgewickelt. In verantwortlichen Positionen: das Ehepaar Hannelore und Jürgen Richter.