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Arzneimittelversorgung : Was kostet die Sparsamkeit?

  • -Aktualisiert am

Biosimilars basieren auf großen und komplexen Molekülen – ähnlich diesem Model des Immunglobulin-G-Antikörpers. Bild: Science Photo Library

Apotheker sollen ab 2022 statt gezielt wirkender Biologika preisgünstigere Biosimilars ausgeben. Doch welche Konsequenzen hat dies für die Patienten?

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          Gerade ist das „Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung“ (GSAV) in Kraft getreten. Der Titel klingt vielversprechend: Welcher Patient wünscht das nicht? Neben einigen sinnvollen Passagen – etwa mehr Qualitätskontrolle von Arzneimitteln – enthält das Gesetz aber eine Regel, bei der man sich fragt, warum sie zu einer solchen höheren Sicherheit führen soll. Es geht um Biosimilars. Das sind Nachahmerpräparate von Biologika, also von gentechnisch hergestellten Medikamenten. „Biologika sind ein Segen für die Medizin“, sagt Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). „Seitdem es sie gibt, lassen sich viele Krankheiten besser beherrschen oder gar heilen.“ Am häufigsten werden Biologika gegen Krebs, Autoimmunkrankheiten oder Diabetes eingesetzt.

          Gemäß dem neuen Gesetz sollen Apotheker ab 2022 automatisch ein Biosimilar abgeben, wenn der Arzt ein Biologikum verschrieben und nichts Gegenteiliges auf dem Rezept vermerkt hat. Die Regel gilt erst in drei Jahren, weil der Gemeinsame Bundesausschuss in dieser Zeit für jedes Biologikum prüfen soll, ob ein Austausch tatsächlich möglich ist. „Es ist wichtig und richtig, die Verbreitung von Biosimilars mehr zu fördern“, sagt Ludwig. „Aber die Regel schießt über das Ziel hinaus: Die Entscheidung, ob Biosimilar oder nicht, muss beim Arzt bleiben.“

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