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Hirntumore : Krankes Denken

  • -Aktualisiert am

Die entarteten Zellen organisieren ein Netzwerk, das sich bis in den hintersten Winkel des Gehirns ausbreitet. Keine Operation und keine Chemotherapie kommt dagegen an. Bild: Getty

Das Glioblastom gehört zu den tödlichsten aller Hirntumore. Nichts half bislang gegen diese Art von Krebs. Denn offenbar funktioniert er wie das Gehirn selbst.

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          Diese Geschichte fängt wie so vieles in der Wissenschaft mit einer Zufallsentdeckung an. Als Matthias Osswald seine Arbeit begann, wollte er eigentlich nur Krebszellen beim Wachsen beobachten. Aber statt sich wie andere Tumore zu plumpen Zellhaufen zusammenzurotten, begannen die grün fluoreszierenden Zellen unter seinem Mikroskop plötzlich Tentakel zu bilden. Und mit diesen langen Ärmchen Kontakt zur nächsten und übernächsten Tumorzelle zu suchen. Bis schließlich ein dichtes grünes Geflecht das gesamte Bild überwuchert hatte. Eine solche komplexe Organisationsstruktur hätte man vielleicht von gesunden Nervenzellen erwartet, aber keinesfalls von Krebszellen.

          „Das sieht verrückt aus, hast du so etwas schon mal gesehen?“, stellte er damals vor sieben Jahren seinem Chef am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg seine Entdeckung vor. „Gar nicht wie ein Tumor, eher wie ein entstehendes Gehirn.“ Normalerweise agieren Krebszellen als Einzelkämpfer, diese hier schienen jedoch koordiniert zusammenzuarbeiten, ja sogar zu kommunizieren, ganz so, wie es auch normale Neuronen tun, um Erlerntes abzuspeichern und neue Pläne zu erstellen.

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