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Vogelgrippe : Passive Impfung gegen Grippe

  • -Aktualisiert am

Noch gibt es keinen Impfstoff gegen Vogelgrippe Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Ein Impfstoff gegen das potentiell gefährliche H5N1-Influenzavirus wird so schnell nicht verfügbar sein. Chinesische Wissenschaftler haben nun eine passive Immuntherapie entwickelt, die zumindest in Experimenten mit Mäusen Wirkung zeigte.

          Da ein Impfstoff gegen das potentiell gefährliche H5N1-Influenzavirus so schnell nicht verfügbar sein wird, haben chinesische Wissenschaftler eine passive Immuntherapie entwickelt. Diese vermochte in Experimenten mit Mäusen eine für die Tiere tödliche Infektion mit dem H5N1-Virus abzuwehren, berichten Forscher um Xingbing Yu von der Sun Yat-Sen-Universität in Guangzhou in der Zeitschrift "Respiratory Research".

          Passive Immunisierungen haben in der Behandlung von Infektionskrankheiten eine lange Tradition. Ist bei der Infektion einer vermutlich ungeschützten Person eine sofortige Abwehr gegen den Erreger etwa von Diphtherie, Tetanus oder Tollwut notwendig, greift man zur passiven Immunisierung. Aber auch gegen Schlangengifte und andere lebensbedrohliche Toxine ist diese Form der Immuntherapie wirksam.

          Antikörper aus dem Blut von Pferden

          Bei der passiven Immunisierung werden dem Patienten als Abwehrstoffe Antikörper gespritzt, die aus dem Blut eines zuvor mit dem entsprechenden Erreger infizierten Tieres stammen. Weil der Patient die schützenden Antikörper übernimmt und nicht selbst produziert, spricht man von passiver Immunisierung. Im Gegensatz dazu steht die aktive Immunisierung, bei der der Impfling nach einer Behandlung mit abgetöteten oder abgeschwächten Erregern die Antikörper selbst bildet.

          Um schützende Antikörper gegen das H5N1-Virus zu erhalten, haben Xingbing Yu und seine Kollegen Pferde mit abgetöteten Influenzaviren diesen Typs geimpft. Aus dem Blut der Tiere gewannen sie dann die gegen den Erreger gerichteten Abwehrmoleküle. Diese haben sie in mehreren Stufen sorgfältig gereinigt und biochemisch auf ein Minimum verkürzt, um zu vermeiden, daß die Immuntherapie Schockreaktionen auslöst. Mit weniger gut gereinigtem Material ist es in der Vergangenheit öfter zu diesen lebensbedrohlichen Nebenwirkungen gekommen.

          Blockade an vorderster Grippefront?

          Die Forscher injizierten die Antikörper-Fragmente Mäusen, die sie 24 Stunden zuvor mit H5N1 infiziert hatten. Alle passiv immunisierten Tiere überlebten, während die ungeschützten Mäuse nach kurzer Zeit an den Folgen der Infektion verendeten. Die chinesischen Wissenschaftler nehmen aufgrund dieser Versuche an, daß man eine passive Immunisierung gegen H5N1 auch für den Menschen entwickeln könnte. Entsprechende Antikörper dürften sich einfach gewinnen und als Impfstoffe auf Vorrat halten lassen. Sie könnten die Ausbreitung des Virus an vorderster Front blockieren helfen, falls der Erreger eines Tages die Fähigkeit erlangen sollte, sich von Mensch zu Mensch auszubreiten.

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