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Vitamin D : Vitamin fürs Anti-Aging?

  • -Aktualisiert am

Forscher vom Buck Institute in Kalifornien haben herausgefunden, dass Vitamin D den Alterungsprozess verlangsamen kann. Bild: AP

Vitamin D besitzt vermutlich mehr günstige Wirkungen als bisher angenommen. So könnte es etwa vor Alzheimer, Parkinson und Krebs schützen.

          Vitamin D stärkt nicht nur die Knochen, sondern besitzt vermutlich noch weitere günstige Wirkungen. Möglicherweise schützt es unter anderem vor altersbedingten Krankheiten, etwa einer Alzheimerdemenz, einer Parkinsonkrankheit und Krebs. Ein Mangel des durch Sonneneinstrahlung in der Haut aktivierten Hormons geht jedenfalls mit einem erhöhten Risiko für solche Erkrankungen einher - weshalb, lag bislang noch weitgehend im Dunkeln. Eine Erklärung für dieses Phänomen haben nun Forscher vom Buck Institute für Alternsforschung in Novato/Kalifornien gefunden.

          Demnach verlangsamt Vitamin D den Alterungsprozess, indem es an einem molekularen Stellrad dreht, das vielen, wenn nicht den meisten altersabhängigen Krankheiten zugrunde liegt. So verhindert das „Sonnenhormon“, dass Proteine beschädigt werden und sich in Form von Klumpen in den Geweben anreichern. Solche Eiweißbrocken schnüren den Zellen nämlich gleichsam die Luft ab und treiben sie daher in den Untergang.

          Auf welche Weise Vitamin D, das teilweise auch mit der Nahrung aufgenommen wird, die Anhäufung von giftigen Proteinbrocken abwendet, haben Gordon Lithgow, Karla Mark und ihre Kollegen bei dem Fadenwurm Caenorhabditis elegans im Detail erforscht. Dieses eher simpel gestrickte Lebewesen, das über weniger als tausend Zellen verfügt, erfreut sich in der Alternsforschung großer Beliebtheit. Denn viele Erbanlagen sind im Verlauf der Evolution konstant geblieben - das heißt, etliche Gene des Menschen finden sich auch beim Wurm, lassen sich bei dem Winzling aber leichter untersuchen. Ein weiterer Vorteil von Caenorhabditis: Da der Fadenwurm nur etwa 20 Tage alt wird, treten Veränderungen der Lebensspanne bei ihm rasch zutage.

          Verjüngungseffekt hängt von Genaktivität ab

          Wie die amerikanischen Wissenschaftler in einem ersten Schritt zeigen konnten, verlängerte die Aufnahme von Vitamin D - in Abhängigkeit von deren Menge - das Leben der Fadenwürmer um bis zu zehn Tage. Zurückführen ließ sich der Verjüngungseffekt dabei auf die Aktivität von Genen, deren Aufgabe darin besteht, zelluläre Proteine vor schädlichen Einflüssen, etwa oxidativen Prozessen, zu schützen und zugleich dafür zu sorgen, dass beschädigte Eiweißstoffe beseitigt werden und daher nicht miteinander verkleben können. Angeknipst von einem Transkriptionsfaktor namens SKN-1 und weiteren Schalterproteinen, arbeiteten die stressabwehrenden Gene umso fleißiger, je mehr Vitamin D die Tiere gefressen hatten. Eine erhöhte Zufuhr des Sonnenhormons bewahrte dabei nicht nur einzelne, sondern viele unterschiedliche Proteine vor einer Verklumpung.

          Hierzu zählte unter anderem auch Amyloid-beta - jenes Protein, das sich im Gehirn von Patienten mit Alzheimerkrankheit anreichert und für die Entstehung dieser Demenzart verantwortlich gemacht wird. Hinweise auf einen solchen Nutzen des Sonnenhormons erhielten die Wissenschaftler bei Fadenwürmern, die aufgrund eines genetischen Eingriffs leicht verklumpendes menschliches Amyloid-beta herstellten. Wie die Autoren im Fachjournal „Cell Reports“ berichten, riefen die nervenschädigenden Amyloid-Ablagerungen bei den Würmern ausgeprägte Bewegungsstörungen hervor. Ganz oder teilweise abwenden ließen sich diese, wenn die Tiere mit Vitamin D gefüttert worden waren. In weiteren Studien gilt es nun zu klären, ob das Sonnenhormon auch beim Menschen so günstige Wirkungen entfaltet.

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