Usutu-Virus : Von Amsel zu Amsel und von Mensch zu Mensch
Von einem plötzlichen Amselsterben in Deutschland, vor allem in der Rheinebene bei Heidelberg und Mannheim, war erstmals im vergangenen Sommer die Rede. Wissenschaftler um Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg wiesen jetzt in 86 von 223 toten Vögeln, die in der zweiten Jahreshälfte 2011 gesammelt worden waren, Usutu-Viren nach. Die Viren, die zur Gattung Flavivirus gehören, stammen ursprünglich aus Afrika, wo sie vor allem südlich der Sahara auftreten. Ihre bevorzugten Wirte sind Vögel. Usutu-Viren werden durch Stechmücken übertragen und können auch Menschen infizieren, ähnlich wie ihre Verwandten, das West-Nile-Virus oder das japanische Enzephalitis-Virus. Die Wissenschaftler schreiben im Magazin „PLoS One“, dass 72 der 86 infizierten Vögel Amseln waren, die offenbar besonders anfällig sind; zudem waren Stare, Kanarienvögel, Bartkäuze, Eisvögel und ein Spatz betroffen (doi:10.1371/journal.pone.0032604).
