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Immunisierung im Mutterleib : Warum man Ungeborene impfen lassen sollte

  • -Aktualisiert am

England ging voran, andere Länder sollen folgen: Nun wird die Schwangeren-Impfung auch in Deutschland diskutiert. Bild: Vario Images

Manche Keime sind für Neugeborene lebensgefährlich. Gegen Keuchhusten oder Streptokokken könnte man sie schon im Mutterleib immunisieren. Dagegen sprechen höchstens ethische Gründe – und mangelnde Bereitschaft der Frauen.

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          Dein Baby wird ganz blau im Gesicht, und du kannst nichts tun, als zuzuschauen. Ein Keuchhusten, sagt Gemma Price, sei das Schlimmste, was man als Mutter erleben könne. Ihre Tochter Zoe war gerade vier Wochen alt, als sie fast erstickte. Einen Monat verbrachte die Engländerin am Klinikbett ihres Kindes, das hustete und keuchte wie ein alter Raucher. Weil damals vor sechs Jahren in Großbritannien fast zehntausend mit dem Erreger Bordetella pertussis infizierte Babys um Luft kämpften und vierzehn von ihnen starben, entschloss sich die englische Gesundheitsbehörde im Jahr 2012 zu einem extremen Schritt: Sie empfahl, dass sich fortan nicht nur Kinder, sondern bereits ihre schwangeren Mütter gegen die Krankheit impfen lassen sollten.

          Für Säuglinge in den ersten Lebenswochen ist der Keuchhustenerreger besonders gefährlich. Sie landen bei einer Infektion überdurchschnittlich häufig im Krankenhaus oder sterben sogar an ihr. Was den britischen Behörden zusätzlich zu schaffen machte: Sind sie einmal auf der Welt, kann man zunächst wenig tun, um den Kindern die Krankheit zu ersparen. Eine Impfung ist erst von Beginn des dritten Lebensmonats an möglich. Die Spritze für die Mütter, so die Idee, sollte die Kinder schon vor der Geburt immunisieren und ihnen über diese gefährliche Phase in ihrem Leben hinweghelfen.

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