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Unfruchtbarkeit : Die Psyche leidet nach schwieriger Zeugung

  • -Aktualisiert am

Befruchtung im Labor Bild: AP

Ist die Mutter unfruchtbar und muss deshalb behandelt werden, haben die so gezeugten Kinder später oft psychische Störungen - das belegt eine große dänische Studie.

          1 Min.

          Nachkommen von Müttern, die Schwierigkeiten hatten, ein Kind zu empfangen, und wegen Unfruchtbarkeit behandelt wurden, haben ein signifikant höheres Risiko, psychisch krank zu werden. Diesen Zusammenhang stellte jetzt ein Forscherteam der dänischen Krebsforschungsgesellschaft in Kopenhagen fest. Anhand der Daten von nahezu zweieinhalb Millionen Kindern, die zwischen 1969 und 2006 geboren worden waren, gelang es, fast lückenlos festzustellen, welche Mütter wegen Fertilitätsproblemen behandelt worden waren. Fünf Prozent aller Kinder dieses Kollektivs stammten von solchen Patientinnen ab.

          Im Mittel wurden die Diagnosen der Kinder bis ins junge Erwachsenenleben ausgewertet. Unter den psychiatrischen Erkrankungen kamen Schizophrenie, affektive Störungen wie Depressionen, die Hyperaktivitätsstörung ADHS und Abweichungen der psychischen Entwicklung deutlich häufiger vor als in der Vergleichsgruppe der Nachkommen von Müttern ohne Fertilitätsprobleme („Human Reproduction“, doi: 10.1093/humrep/dev172).

          Größeres Risiko

          Das Risiko dieser Kinder, wegen irgendeiner psychischen Störung aufzufallen, war im Mittel um 23 Prozent größer. Die Bandbreite der Risikoerhöhung reichte von sechs bis 46 Prozent, sie betrug bei ADHS beispielsweise 36 Prozent. Hyperaktivitätsstörungen wie auch Autismus und geistige Entwicklungsverzögerungen waren bereits in früheren Studien mit einer Behandlung wegen Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht worden.

          Allerdings waren diese Beobachtungen bisher noch nie in einem so großen Kollektiv überprüft worden. Ob die Art und Weise der Infertilitätstherapie – bloße Hormongaben oder künstliche Befruchtung im Reagenzglas – einen Einfluss hatte, konnte die vorliegende Studie nicht klären. Offen ist auch, ob die Unfruchtbarkeit als solche oder die Manipulationen während der Behandlung selbst für das erhöhte Risiko verantwortlich sind.

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