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Umstrittenes Wehenmittel : Warum Misoprostol kein Contergan im Kreißsaal ist

  • -Aktualisiert am

Warten aufs Kind geht nicht immer: Etwa jede fünfte Geburt wird künstlich eingeleitet Bild: Colourbox

Ist das Medikament Misoprostol, das die Geburt einleiten soll, gefährlich? Jüngste Berichte über das Wehenmittel haben Schwangere eher verunsichert als aufgeklärt. Das Problem liegt vor allem in der Anwendung.

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          In der vergangenen Woche dürften Tausende von Frauen schlaflose Nächte durchwacht haben. Die aktuelle mediale Hatz auf das Wehenmittel Misoprostol – der Handelsname ist Cytotec – und dessen Anwendung in der Geburtshilfe war geeignet, Schwangere und Mütter massiv zu ängstigen. Die öffentliche Darstellung ließ die Geburtshelfer als Hasardeure erscheinen, die Schwangeren ohne Skrupel eine nicht zugelassene Substanz verabreichten und so das Leben von Mutter und Kind gefährdeten. Was stimmt, und was ist Panikmache?

          Misoprostol ähnelt den im Körper vorkommenden Prostaglandinen, die für die Schmerzvermittlung, aber auch für die Arbeit von glatten Muskeln von Bedeutung sind, wie sie in Darm und Gebärmutter vorkommen. Das Mittel war zunächst zur Behandlung von Magengeschwüren zugelassen worden. Allerdings entdeckte man durch Zufall, dass es auch die Gebärmutter anregt – und damit ein geeignetes Medikament darstellt, eine Geburt einzuleiten.

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