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Gewichtsverlust : Radikaldiät oder langsames Abnehmen?

  • -Aktualisiert am

Bild: Rüchel, Dieter

Fünf Kilo in drei Tagen? Vor Radikaldiäten wird gewarnt. Zu Unrecht, schreiben jetzt australische Ärzte in einer Studie. Für ihre Probanden machte es keinen Unterschied, ob sie langsam und maßvoll oder schnell und radikal abspeckten.

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          Vor Radikaldiäten wird immer wieder gewarnt. Fünf Kilo in drei Tagen? Gesundheitsbewusste winken ab: Durch den Jojo-Effekt habe man dann kurze Zeit später das Doppelte an Gewicht wieder zugelegt. Dementsprechend unseriös wirken solche Versprechungen auf den Titelblättern von Frauenzeitschriften.

          Australische Wissenschaftler um die Medizinerin Katrina Purcell von der University of Melbourne sind jetzt im Fachmagazin „Lancet Diabetes & Endocrinology“ angetreten, das Gegenteil zu beweisen: Sie fanden in einer Studie mit 204 Probanden heraus, dass Crash-Diäten keineswegs weniger erfolgreich verlaufen als das maßvolle, langfristige Abspecken (doi:10.1016/S2213-8587(14)70200-1).

          Radikaldiät mit Erfolg

          Die Teilnehmer der Studie waren zwischen achtzehn und siebzig Jahre alt und wiesen einen deutlich erhöhten Body Mass-Index auf, der zwischen 30 und 45 lag. Die Studienleiter stellten zwei fast gleich große Gruppen zusammen. Für beide galt das Ziel, fünfzehn Prozent des Körpergewichts abzunehmen. Die erste Gruppe sollte hierzu über 36 Wochen eine maßvolle Diät einhalten und dafür 400 bis 500 Kalorien täglich einsparen. Die zweite Gruppe hielt nur zwölf Wochen Diät und nahm nur 800 Kalorien pro Tag zu sich – mit einer Formula-Diät, also kalorienarmen Spezialdrinks. 78 Prozent der zweiten Gruppe, die eine Radikaldiät durchführte, aber nur gut die Hälfte der ersten Gruppe erreichten tatsächlich im vorgegebenen Zeitraum eine Gewichtsreduktion von mindestens 12,5 Prozent. Damit war die radikale Kalorienreduktion erfolgreicher.

          Anschließend wurden die Probanden 144 Wochen lang begleitet; sie bekamen Ernährungsempfehlungen und hatten die Möglichkeit, an Diätberatungen teilzunehmen. 144 Wochen später hatten die Teilnehmer im Schnitt fast drei Viertel ihres Ursprungsgewichtes wieder „auf den Rippen“ – und zwar unabhängig davon, ob sie zur „schnellen“ oder „langsamen“ Diätfraktion gehört hatten. „Die Rate des Gewichtsverlusts beeinflusst nicht die Gewichtsmenge, die im Verlauf von 144 Wochen wieder zugenommen wird“, bilanzieren die Wissenschaftler. Dies stehe im Widerspruch zu gängigen Diätempfehlungen, die den langsamen Gewichtsverlust generell als vorteilhaft darstellen.

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