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Fragwürdige Eingriffe : Die Katheter-Sucht der Ärzte

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Gehen Kardiologen in Deutschland zu oft mit dem Schlauch in die verkalkten Herzgefäße ihrer Patienten? Bild: dpa

Gehen Kardiologen in Deutschland zu oft mit dem Schlauch in die verkalkten Herzgefäße ihrer Patienten? Die Kritik wächst, doch nichts ändert sich. Dabei gibt es Methoden, die schonender sind und mehr Erfolg versprechen.

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          Eingriffe mit dem Herzkatheter haben in Deutschland Hochkonjunktur. In welcher Größenordnung sie sich bewegen, offenbart ein Blick in den jüngsten Herzbericht. Dort wird ersichtlich, dass im Jahr 2017 hierzulande rund 881 000 Untersuchungen und fast 380 000 Therapien mit dem Herzkatheter vorgenommen wurden. Dies entspricht einem Anteil von mehr als einem Prozent der Bevölkerung. In keinem anderen Land dringen Kardiologen derart häufig in die Herzkranzarterien, die Koronarien, ihrer Patienten ein.

          Ziel solcher Eingriffe ist es – oder besser: sollte es sein –, kritische Engpässe aufzuspüren und zu behandeln. Ausgeführt über das Gefäßsystem, wird die Engstelle mit einem auf der Katheterspitze befindlichen Ballon aufgedehnt und meist mit einem kleinen Röhrchen, einem Stent, gestützt. Was die Ursache der Engpässe angeht, sind solche Stenosen das Werk der Atherosklerose: einer Anreicherung von Fett und Kalk in der Arterienwand, die von etlichen Faktoren angefacht wird. Zu den wichtigsten Brandbeschleunigern zählen, neben einem fortgeschrittenen Alter, ein ungesunder Lebensstil, hoher Blutdruck und zu viel Fett und Zucker im Blut. Je stärker die fettreichen Ablagerungen, desto eher leidet die betroffene Person bei Anstrengung unter Brustenge, einer Angina Pectoris, und umso größer ist zugleich ihr Risiko für einen Infarkt. Hierzu kommt es, wenn ein atherosklerotisches Geschwür aufplatzt und sein fettreicher Inhalt beim Kontakt mit dem Blut eine Thrombose verursacht.

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